Elektroautos in Fahrschulen

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Elektroautos in Fahrschulen
Quelle: academy-fahrschule-drive.de

Elektroautos in Fahrschulen sind ein logischer Schritt, wenn man das Ziel verfolgt, die E-Mobilität weiter voranzutreiben. Das Angebot an E-Autos ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Doch in der Fahrausbildung geht es heutzutage überwiegend noch um benzinbetriebenes Fahren und auch die Fahrstunden werden ebenfalls mit einem benzinbetriebenen Fahrzeug abgeleistet. Dabei kann es gerade für Fahranfänger gut sein, wenn sie über die Möglichkeiten der E-Mobilität aufgeklärt werden. Aus diesem Grund wurde das Pilotprojekt „e-Fahrschule“ von der Bundesregierung gestartet. Das Verkehrsministerium unterstützt das Projekt im Rahmen des Förderprogrammes „Schaufenster Elektromobilität“ mit 660.000 Euro. Hierbei geht es in erster Linie darum, die Fahrlehrer über Chancen und Risiken aufzuklären. Dieses Wissen sollen sie dann an ihre Schüler weitertragen können. Es geht um die Schaffung der so genannten Elektrokompetenz.

Neues Ausbildungskonzept für Fahrschulen

Neben der theoretischen Wissensvermittlung über E-Mobilität sollen im nächsten Schritt auch immer mehr E-Autos bei den Fahrstunden verwendet werden. Langfristige Vision ist ein neues Ausbildungskonzept. Dieses könnte so aussehen, dass der Fahrschüler seine ersten Stunden in einem Elektroauto ableistet. Dies hätte den Vorteil, dass er sich dank des Automatikantriebs erstmal voll auf das Fahren konzentrieren kann. Erst im zweiten Schritt soll er in einem Benzinfahrzeug das Schalten lernen. Die Theorie ist, dass der Fahrschüler durch dieses neue zweistufige Ausbildungskonzept weniger Fahrstunden benötigt. Es liegen allerdings noch keine wissenschaftlichen Ergebnisse darüber vor, die diese Theorie bestätigen würden. Eine der wenigen Fahrschulen, die auf das neue Ausbildungskonzept setzen, ist die „Academy Drive“ in Stuttgart. Die Fahrschule besitzt das erste finanziell geförderte Fahrschulauto mit E-Antrieb einen E-Renault ZOE. Die Anschaffung wurde mit 9.000 Euro bezuschusst. Diese Zuwendung hat die Fahrschule erhalten, weil die Anschaffung eines E-Autos kostenintensiver ist bzw. die Leasingkosten doppelt so teuer sind wie bei einem Benziner. Auch Verkehrsminister Hermann hat den Fahrschulwagen schon getestet. Wenn sich das Ausbildungskonzept bewährt, werden sicherlich noch weitere Fahrschulen nachziehen.

Fahrschule der Zukunft

Der Einsatz von E-Autos in der Fahrausbildung ist die eine Seite. Wenn man aber in die Zukunft blickt und als nächsten Schritt die autonom fahrenden Autos sieht, kann man im ersten Moment zu der These kommen: „Wenn es selbstfahrende Autos gibt, die alles für einen übernehmen, dann muss ich ja gar nicht mehr fahren können und somit wird der Beruf des Fahrlehrers ja überflüssig. Doch laut Expertenmeinung ist das Gegenteil der Fall. Der Fahrlehrer wird noch wichtiger. Zwar wird er nicht mehr so sehr für das Vermitteln benötigt, wie man richtig schaltet, aber er wird in Sachen Umgang mit dem Fahrzeug eine umso wichtigere Rolle einnehmen. Gerade bei jungen Fahranfängern ist es wichtig, sie gut auf mögliche Gefahrensituationen vorzubereiten. Wir haben ja das Problem, dass Fahranfänger sich oftmals selbst überschätzen. Wenn man nun ein teilautonomes Fahrzeug hat, das bestimmte Dinge für einen übernimmt, muss man umso mehr auf der Hut sein und richtig einschätzen können, wie man mit bestimmten Situationen umgeht. Unter dem Strich kann man also festhalten, dass E-Mobilität und autonomes Fahren die Fahrausbildung deutlich verändern werden. Jedoch werden die Entwicklungen wohl nicht dazu führen, dass Fahrlehrer und Fahrschulen überflüssig werden.

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