Startups wie Atieva und LeEco greifen Tesla in Kalifornien an

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Bild: LeEco - LeSee Elektroauto

Tesla ist für alle Fahrzeughersteller weltweit ganz ohne Frage der große Herausforderer. Es gilt als sicher, dass in den Chefetagen der deutschen Autohersteller kräftig darüber gestritten wird, mit welcher Strategie dem amerikanischen Herausforderer entgegenzutreten ist.

Atieva baut in Nachbarschaft zu Tesla’s Fermont Fabrik

Da sind die chinesischen Wettbewerber viel direkter, denn sie haben erkannt, dass das Rennen um die Vormachtstellung im weltweiten Markt für Elektroautos vor allem aus Kalifornien heraus zu gewinnen ist.

Die bislang in Menlo in Kalifornien sitzende Atieva Inc. hat sich vor wenigen Wochen keine zehn Meilen vom Sitz der Tesla Fabrik ein 4.500 Quadratmeter großes Grundstück gesichert. Atieva ist ein von chinesischen Investoren unterstütztes Startup und es verdichten sich die Hinweise, dass genau an dieser Stelle die Basis für den Bau eines neuen Elektrofahrzeuges gelegt werden soll.

Atieva ist seit 2007 in Kalifornien registriert. Die Company erhielt im Herbst von verschiedenen Venture Capitalisten eine Millionenfinanzierung. Darunter sind neben Venrock eben auch die chinesischen Tsing Capital und die Beijing Automotive Industry Holding (BAIC). Zusätzlich stieg mit Jia Yueting der Milliardär und Gründer des chinesischen Elektrofahrzeugherstellers LeEco ein.

Chinesische Elektrobauer dringen nach Kalifornien vor

Interessant ist der Vergleich zu dem weiteren chinesischen Elektrofahrzeugbauer LeEco: Mitte 2016 übernahm LeEco für zwei Milliarden US-Dollar den kalifornischen Unterhaltungselektronikhersteller Vizio und platzierte sich somit ebenfalls in der Nähe der Tesla Fabriken. Zunächst waren die Investments auf Unterhaltungselektronik fokussiert. Seit Mitte des Jahres verkündet LeEco ganz offiziell, das man sich zu einem ‚Happy Ecosystem‘ ausweiten wolle. Dazu zählen nach Überzeugung von Jia Yueting eben auch die Elektroautos.

LeEco gilt zusätzlich seit knapp zwei Jahren als einer der Hauptfinanziers des US-Elektroauto-Startups Faraday Future. Mit viel Geld wird nördlich von Las Vegas eine Fabrik für den Bau von Elektroautos gebaut. Zusätzlich wurden Dutzende Mitarbeiter von Fahrzeugherstellern und Zulieferern abgeworben. Neben mehr als 30 ehemaligen Tesla Mitarbeitern sind ein Top Bosch-Ingenieur und der ehemalige Boss des Nordamerika-Geschäftes von Ferrari zu Faraday Future/LeEco gewechselt.

Ein weiteres Startup mit chinesischem Einfluss ist Future Mobility Corporation (FMC). Jenes hatte jüngst von BMW drei Intimkenner der i3 und i8 Technologie angeworben.

Die Nähe zu Tesla all dieser kapitalkräftiger chinesischer Wettbewerber wie Atieva, LeEco oder FMC dürfte also in der Personalabteilung des amerikanischen Herausforderers die Alarmglocken klingeln lassen. Während in China das Abwerben internationaler Elektrofahrzeug-Techniker gang und gäbe ist, so wird das Abwerben wohl zukünftig direkt vor Ort angegangen.

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