Es ist noch ein Projekt von Studenten, aber könnte doch eines Tages in die Serienproduktion gehen. Das erste biologisch abbaubare Elektroauto kommt aus den Niederlanden. Denn selbst wenn die Elektromobilität ihren Teil zur Einsparung von CO2 beiträgt, so kann sie die Massen des anfallenden Schrottes nicht eindämmen.

Zucker und Flachs

…sind die Hauptbestandteile des Fahrzeuges mit dem Namen „Lina“ von Studenten der Eindhoven University of Technology. Die Materialien werden in Matten gepresst. Der Rahmen besteht aus Rübenzucker, welcher eine Bienenwabenstruktur erhält. Das ist die stabilste Konstruktion, die in der Natur vorkommt. Die Zuckerschicht ist in zwei Schichten aus Flachs gelagert. Diese gepresste Mischung hat eine Steife-Gewicht-Verhältnis wie eine Glasfaser-Konstruktion. Nur der Motor, die Federung und das Lenkrad sind aus Metall. Mit seinen 310 kg ist das Fahrzeug ein echtes Leichtgewicht. Zwei Elektromotoren mit einer kombinierten Höchstleistung von 8 kW beschleunigen das Elektroauto auf maximal 80 km/h. Insgesamt 100 km sollen möglich sein. Die Energie stammt aus einem Lithium-Ionen-Akku welcher nur 30 kg wiegt. Das Verhältnis von Gewicht und Reichweite ist viermal effektiver als bei einem BMW i3. Die Konstruktion benötigt derzeit ca. 20% der Energie, die für die Konstruktion eines Fahrzeugs auf Basis von Carbon notwendig ist. Allerdings ist es noch ein Prototyp und sieht auch entsprechend aus.

Modulare Akku-Packs

Die Lithium-Ionen-Batterie ist nicht fest verbaut. Sie besteht aus insgesamt 3 Packs. Die Studenten dachten weiter und konstruierten Akku-Packs, welche leicht austauschbar sind. Sie befinden sich im vorderen Bereich des Elektroautos und sind durch eine seitliche Luke leicht zugänglich. Dies spielt intermodalen Konzepten und Car-Sharing in die Hände. Die Fahrt kann innerhalb weniger Sekunden bis Minuten (abhängig vom Fußweg zu den gelagerten, geladenen Akkus) fortgesetzt werden.

Technologische Kniffe

Lina hat einige technologische Spielereien integriert. Ein Head-Up-Display gehört dazu. Die Türen können über eine spezielle Software geöffnet werden, welche es ermöglicht, dass der Fahrer vom Auto wiedererkannt wird. Bestimmte Parameter des Fahrzeuges lassen sich dadurch automatisch an die Vorlieben des Fahrers anpassen. Auch die Integration in E-Carsharing-Systeme wird erleichtert.

Anforderungen an die Sicherheit

Für die Serienreife muss sich noch einiges tun. Ein Crash-Test wurde noch nicht durchgeführt. Das Team möchte ein straßentaugliches Sicherheitslevel erreichen. Im Gegensatz zu den biegsamen Eigenschaften von Metall zerbricht das Material voraussichtlich. Sobald der niederländische TÜV sein „Ok“ gibt sollen Testfahrten folgen.

Wie kann es weiter gehen?

Selbst wenn es Lina nicht zur Serienreife schaffen sollte, können biologisch abbaubare Materialen dennoch eine Kombinationsmöglichkeit darstellen und zur Gewichtsreduktion bei Fahrzeugen aller Art dienen. Als Nebeneffekt würden die Schrottberge des Planeten zumindest verkleinert.

Quelle der Bilder: Eindhoven University of Technology. Die Homepage zu Lina.

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