Daimler: Mit E-Lkw in eine grünere Zukunft

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E-Lkw
Quelle: Daimler Global Media Site

Die Studie „Life cycle analysis of the climate impact of electric vehicles“ von der Universität in Brüssel bietet neue Erkenntnisse zur E-Mobilität. Sie zeigt auf, dass E-Fahrzeuge über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg deutlich weniger Treibhausgase ausstoßen als Fahrzeuge mit Dieselmotoren. Das sind sehr gute Nachrichten für die Elektroindustrie! Es gibt viele Personen, die richtigerweise sagen, dass bei der Bewertung der Umweltfreundlichkeit von Fahrzeugen weit mehr Faktoren betrachtet werden müssen, als beispielsweise der Ausstoß von Emissionen. Sie gehen davon aus, dass eine Addition dieser Faktoren die Umweltfreundlichkeit von E-Autos in Frage stellen würde.

Die Autoindustrie in Bewegung

Nicht nur im Autosegment bei den großen Herstellern wie VW, BMW und Daimler wird Elektromobilität immer wichtiger. Auch bei den Nutzfahrzeugen wird viel in Forschung investiert. Ziel der Autobauer ist es, mit der Produktion von E-Lkw das schwere Transportwesen zu elektrifizieren und einen Beitrag zu einer grüneren Umwelt zu leisten.

Daimler mit E-Lkw bei Tokyo Motor Show 2017

Momentan (27.10. – 05.11.) findet die Tokyo Motor Show 2017 statt. Dort hat die Daimler Konzerntochter Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation (MFTBC) vor einigen Tagen einen schweren, vollelektrisch angetriebenen Lkw als Konzept vorgestellt. Und das sogar noch vor Tesla! Der E-FUSO Vision One geht mit einem sehr guten Beispiel voran und bietet erste Ideen für eine Elektrifizierung des Transportwesens.

MFTBC kündigte im selben Augenblick die vollständige Elektrifizierung aller Lkw und Bus-Baureihen der Marke FUSO in den kommenden Jahren an. Aktuell ist bereits der elektrische Leicht-Lkw „Fuso eCanter“ mit einer Reichweite von etwa 100 Kilometern für die Kurzstrecke auf dem Markt.

Der E-Lkw für die Mittelstrecke

Daimler hat sich zum Ziel gesetzt, den E-FUSO Vision One bis 2021 in Serie zu bringen. Das vorgestellte Konzept des E-Lkw zeigt den aktuellen Stand der Technologie. Würde dieser E-Lkw schon jetzt auf der Straße fahren, könnte er elf Tonnen Nutzlast mit nur einer Akkuladung bis zu 350 Kilometer weit transportieren. Der Marktstart in Europa und Japan soll innerhalb der kommenden vier Jahre stattfinden, teilte Daimler mit.

Weitere Strategien der Lkw-Sparte von Daimler

Daimler hält weiterhin Anteile am Ladestationen-Hersteller Chargepoint und investiert in das israelische Startup Storedot. Storedot ist Innovationsführer für ultra-schnelle Batterieladungen. Die Lkw-Sparte von Daimler investiert in das Unternehmen, um von der FlashBattery-Technologie zu profitieren. Mit dieser Technologie dauert die Ladezeit eines Elektrofahrzeugs nicht länger als ein normaler Tankvorgang. Auch die hohe Effizienz bei der Energierückgewinnung ist ausschlaggebend, denn hier wird Bremsenergie nutzbar gemacht. Damit verlängert sich die Reichweite der Batterie und die Häufigkeit der Ladeprozesse wird verringert. Dies ist vor allem für Nutzfahrzeuge interessant, da höhere Auslastungen der Fahrzeuge ermöglicht werden.

Tesla: Model 3 verhindert Vorstellung des E-Lkw

Tesla wollte bereits Ende September dieses Jahres den vollelektrischen Tesla Semi-Truck präsentieren. Leider kamen dem US-Elektroautobauer Probleme bei der Produktion des Model 3 dazwischen. Semi-Truck ist die US-Bezeichnung für die Kombination aus Zugmaschine und Sattelschlepper. Die Vorstellung ist nun für den 16. November geplant, verkündete Tesla-Chef Elon Musk Anfang Oktober. Beeindruckend ist allerdings die Reichweite: Tesla plant, die Tagestransporte allesamt mit einer Reichweite zwischen 322 und 483 Kilometern zu bewältigen.

Und wo bleiben die E-Lkw von VW und BMW?

Auch Volkswagen ist sehr bemüht, den aktuellen Trends nachzukommen. Der Autobauer entwickelt in Kooperation mit dem US-Hersteller Navistar einen E-Lkw für kürzere Distanzen. Der mittelschwere Lkw soll Ende 2019 oder Anfang 2020 in den USA und Kanada auf den Markt kommen.

BMW legt vor: Das Münchner Unternehmen hat bereits im Jahr 2015 einen elektrisch betriebenen 40-Tonner für den Materialtransport im öffentlichen Straßenverkehr in Betrieb genommen. Der E-Lkw pendelt achtmal täglich zwischen einem Logistikzentrum und dem BMW-Werk. Auch dieses Jahr gibt es wieder Neuigkeiten: Am Standort Landshut wurde ein neues Versorgungszentrum eröffnet. Für einen möglichst sauberen Transfer wird dort ein E-Lkw des Lkw-Umrüsters Framo eingesetzt.

 

 

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