Die Entwicklungen der Elektromobilität begeistern mich seit einigen Jahren. Von daher möchte ich in den kommenden Wochen Erfolgsbeispiele aus einigen Städten und Regionen vorstellen.

Es gibt in der Tat viele unterschiedliche Möglichkeiten für die Einführung von E-Mobilität. Den Anfang macht heute meine Heimatstadt Göppingen.

Göppingen – Standorte für Ladesäulen

Dort beauftragte die Stadt bei der Suche von Standorten für Ladesäulen Professor Rid von der Universität Stuttgart. Zur Anwendung kam ein Geographisches Informationssystem (GIS). Eine solche Software dient der Verarbeitung von Daten mit einem Raumbezug und der Erstellung von Szenarien.

Man kann beispielsweise den Standort einer Windkraftanlage in einem definierten Gebiet bestimmen. Dafür sind unter anderem Daten über die Topographie, das Aufkommen von Wind oder die Festigkeit des Untergrundes notwendig. Überflutungsszenarien zum Schutz von Orten oder die Animation von Verkehrsströmen sind nur zwei weitere der zahllosen Möglichkeiten eines GIS.

Für die Stadt Göppingen stellen vier Faktoren die Ausgangssituation dar

Der erste Faktor sind die Quartierstypen. Es gibt verschiedene Kategorien, welche in unterschiedlicher Häufigkeit über die Stadt verteilt sind. Die Quartiere enthalten jedoch nie die gleiche Anzahl an Gebäuden. Verschiedene Kategorien dienen der Bestimmung der Quartiere. Dazu zählt die Bebauungsdichte, die Nutzung der Gebäude, die Erreichbarkeit und die Anzahl von Parkplätzen. Das Ergebnis sind fünf Quartierstypen: Innenstadt, Altstadt, Blockrandbebauung, Mehrfamilien-/Reihenhäuser und Einfamilienhäuser. In diesen Quartierstypen können passend und über die Stadt verteilt, unterschiedliche Gebäude zusammengefasst werden.

Der zweite Faktor ist das Mobilitätsverhalten der Nutzer. Dazu zählt die Nutzung privater PKW und des ÖPNV in den Quartieren.

Der dritte Faktor sind neun Kriterien zur Standortfindung von Ladesäulen. Dazu zählen die Anbindung an den ÖPNV, das Sharing-Potential, die Luftqualität oder die städtebauliche Integration. Die Quartierstypen wurden auf diese Kriterien geprüft.

Der vierte Faktor sind die Points of Interest. Dies sind Orte des öffentlichen Lebens oder des täglichen Bedarfs.

Die Verarbeitung dieser vier Faktoren in GIS führte zu fünfzehn Standorten von Ladesäulen, welche sich hauptsächlich an Points of Interest befinden. Reine Wohngebiete sollten nur in Ausnahmefällen öffentliche Ladesäulen erhalten, da hier viel Raum im privaten Bereich für Wallboxen und Ladesäulen vorhanden ist.

Die Einführung von E-Mobilität ist für alle Städte von enormer Bedeutung

Diese Methodik muss weiterentwickelt werden, denn jede Stadt erfordert andere Kriterien und Faktoren. Eine Unterscheidung zwischen Normal- und Schnellladeinfrastruktur ist denkbar, ebenso wie Szenarien eines Batteriewechsels. Eine hohe Anzahl an Ladesäulen gilt als Erfolgsgröße für die Einführung von E-Mobilität.

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