Im Innenhof der LEW-Zentrale in der Augsburger Schaezlerstraße nahmen die Lechwerke 2015 die erste Gleichstrom-Schnellladestation für Elektroautos in der Region in Betrieb. (Foto: LEW / Christina Bleier)

Die Anzahl der Ladestationen in einer Region wirkt sich unmittelbar auf die Anzahl der Elektrofahrzeuge aus. Deshalb investiert das Energieunternehmen Lechwerke (LEW) bis zum Frühling 2018 in neue Ladestationen in der Region Bayerisch-Schwaben. Die bisherigen 65 Ladestationen sollen im Rahmen eines hierfür ausgearbeiteten Konzeptes um weitere 67 Stück aufgestockt werden.

Hier verdoppelt also ein Anbieter innerhalb von 9 Monaten die Anzahl seiner Ladestationen. So geht Elektromobilität und so kommt Schwung in die Diskussion rund um die Reichweitenangst, auch und insbesondere in Deutschland. Es ist an der Zeit.

Einige neue Schnellladestationen für die Region

Das „Bundesprogramm Ladeinfrastruktur“ des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) fördert das Vorhaben mit 720.000 Euro. Wir hatten über dieses Investitionsvorhaben bereits berichtet.

Für die Errichtung entstehen insgesamt Kosten von zwei Millionen Euro. Aufgrund der 19 Schnellladestationen, wird deren Anzahl in der Region auf 21 Stück anwachsen. Die Errichtung erfolgt in unmittelbarer Nähe zu großen Verbindungsstraßen, wie der A7 oder der B17. Sie sollen ebenfalls entlang größerer Strecken zwischen Ortschaften im ländlichen Raum stehen. Mit diesen Stationen ist bei den aktuellen Elektrofahrzeugen eine Ladung innerhalb einer halben Stunde kein Problem. Die Verteilung der restlichen Normalladestationen im ländlichen und suburbanen Raum erfolgt nach Bedarf.

Die neuen Stationen sollen bis Ende Mai 2018 in Betrieb gehen und werden, wie die bereits bestehende Ladeinfrastruktur des Unternehmens, ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben. Für das LEW-Vorstandsmitglied, Norbert Schürmann, sind regenerative Energien, Elektromobilität und die Energiewende untrennbar miteinander verknüpft. Der Klimaschutz im Verkehr ist für das Unternehmen ein elementarer Bestandteil einer klimafreundlichen Region Bayerisch-Schwaben.

Die Ladestationen sind nicht nur für Kunden gedacht

Der Zugang zu den neuen Ladestationen erfolgt auf unterschiedlichen Wegen. Eine Möglichkeit ist die Bezahlung über Kreditkarte oder PayPal mittels der „innogy eCharge-App“. Diese Option steht allen Fahrern von Elektrofahrzeugen offen.

LEW sorgt im kommenden Jahr für ein sehr dichtes Netz aus Ladestationen. Somit dürfte die Angst, mit einem Elektrofahrzeug liegen zu bleiben, der Vergangenheit angehören. Immerhin stehen auch Nicht-LEW-Kunden ab dem Frühjahr 2018 über die innogy-App insgesamt 3.800 Ladepunkten zur Verfügung. Dank der Schnellladesäulen können nun auch längere Strecken deutlich spontaner gefahren werden. Es geht voran mit den Ladestationen im Land.

4 KOMMENTARE

  1. Was ist eigentlich, wenn die eAutos in Zukunft 500, 700 oder 1000 km schaffen. Wird man die vielen Ladesäulen unterwegs dann noch brauchen?

    • Nun, die Frage stellen wir ja bei den Tankstellen für Benzin und Diesel auch nicht, am Ende wird sich hierbei der Markt, also Angebot und Nachfrage von Strom durchsetzen und die Ladestellen werden vorne sein, bei welchen sinnvolle weitere Dienste neben dem Laden angeboten werden.

      • Das sich die Nachfrage von Strom durchsetzt ist klar. Die Frage kann man sich jedoch bei Strom stellen, da man sein Auto höchstwahrscheinlich überwiegend zuhause lädt. Das ist bei Benzin und Diesel nicht der Normalfall (Landwirtschaft ausgeschlossen).
        Also, wenn man zuhause eine Tankstelle hat, braucht man dann unterwegs noch eine?

  2. Das ist in der Tat eine gute Frage. Aus meiner Sicht ist für die schnellere Akzeptanz der Stromer ein zügiger Ausbau der Ladestellen unabdingbar. Allerdings plädiere ich für ein konzeptionelleres Vorgehen, dieses reine Ausschütten von Geld für Ladestellen, ohne eine saubere Geo-Analyse ist unglücklich. Wir brauchen regionale Kompetenz und Geo-analysen, wie wir die Ladestellen so verteilen, dass ein möglichst großer Nutzen entsteht.

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