Der Rinspeed Snap – Digitalisiertes, autonomes Fahren

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Die CES vom 09.-12. 01. 2018 in Las Vegas wird die Bühne sein auf der der Rinspeed Snap sein Debut feiern wird. Es ist die globale Messe für technologische Entwicklungen aller Art im Consumer-Bereich. Der Snap ist selbst eine Innovation, wobei das Snap kein zufällig gewählter Name ist, denn ein Klick verbindet die beiden Teile.

Aus Alt mach Neu?

Wenn man es runterbricht scheint der Snap zwei Konzepte zu vereinen. Zum Einen sind kleine, autonom fahrende Vehikel zur Beförderung von Personen sind nichts Neues mehr. Insbesondere die Gesetzgebung verhindert den großflächigen Einsatz. Zum Anderen sind variabel einsetzbare, elektrische Fahrzeuge ebenfalls nichts Unbekanntes mehr. Vor allem als Nutzfahrzeuge mit unterschiedlichen Aufbauten kommen sie zum Einsatz.

Der Snap aus der schweizerischen Ideenschmiede Rinspeed ist ein in die Zukunft gerichtetes Konzept das der heutigen schnelllebigen Konsumgesellschaft etwas Beständigkeit entgegensetzen soll. Die schnell alternde Hard- und Software ist komplett in die Plattform „Skateboard“ eingebaut, während die langlebige Fahrgastzelle „Pod“ unterschiedlichste Funktionen erfüllen kann. Genannt wird ein „Camping-Pod“, ein „Shopping-Pod“ oder ein gemütlicher „Kuschel-Pod“.

Ein paar Einblicke

Rinspeed verfügt über reichlich eigene Ideen und ein weltweites Netzwerk aus kompetenten Partnern zur Verwirklichung der Visionen.

  • Die beiden lenkbaren Achsen inklusive integriertem E-Antrieb stammen von ZF und ermöglichen beinahe die 360°-Drehung auf der Stelle. Die reibungsarmen Reifen sind auf neu entworfenen, extraleichten Felgen.
  • Auf Wunsch ist ein intelligenter Roboter an Bord, welcher den Insassen als Personal Assistant dient. Er kann beispielsweise kleine Besorgungen erledigen oder die Einkäufe tragen.
  • Ein Irisscanner von Gentex dient der Insassenerkennung. Dimmbare Scheiben der selben Firma an Front und Heck erinnern an den Boeing Dreamliner.
  • Das Hamburger Unternehmen Ibeo sorgt mit Lidar-Sensorik dafür, dass der Snap nicht gegen Hindernisse fährt.
  • Die „Harman Autonomous Drive Platform“ im Skateboard steuert mit der Sensorfusionslösung „BlueBox“ von NFX durch den Verkehr.
  • Die Smart Antenna von NPX und Harman deckt die volle Bandbreite von Funkfrequenzen für jegliche Art der Kommunikation ab.
  • SAP liefert passende und innovative Software-Lösungen für die Bereiche Smart Cities, Connected Health, Connected Mobility sowie Transportation.
  • TomTom ergänzt den Snap um ein Navigationssystem mit HD-Kartenmaterial und Navigationstechnologie, die eine vorausschauende Fahrweise ermöglicht und Überraschungen minimiert.
  • Das israelische Start-up Valens liefert die Verbindungstechnologie HDBaseT Automotive zur schnellen und sicheren Übertragung hochauflösender Multimediasignale zwischen den Fahrzeugkomponenten.
  • Ein „Market Place“-Net von MHP ermöglicht eine individuelle Nutzung von Skateboard und Pod mit unterschiedlichen Service-Providern.
  • Das „True 5 Level“ – HMI von Harman sorgt für eine Individualisierung der Bedienung bei laufend wechselnden Nutzern.
  • Projektionen auf Vorder- und Heckscheibe dienen der Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern über verkehrsrelevante Dinge. Über die Seitenscheiben erfolgt die Kommunikation mit zusteigenden Fahrgästen. Der japanische Hersteller Sekisui lieferte die dafür benötigten Laminate für die Projektion auf den Scheiben.
  • Der deutsche Lichtspezialist Osram Opto Semiconductors lieferte die LED-Beleuchtung für innen und außen inklusive einer UV-Beleuchtung, welche Bakterien unschädlich macht und die Hygiene verbessert.
  • Ein Schnellladekabel mit Hochvolt-Technologie von Harting lädt das Fahrzeug.
  • Dekra testete bereits die Daten- und Informationsübertragung.

Das Geschäftsmodell

Doch warum das alles? Einige dieser Punkte dürften Datenschützer auf den Plan rufen. Der Nutzer soll ein möglichst komfortables Fahrzeug bekommen, welches seine gewohnte Umgebung so gut wie möglich darstellt. Dabei gibt es drei Stufen der Personalisierung. Smart Access gewährt Zugang zum Fahrzeug und individualisiert die Bedienung und Anzeigen automatisch nach den Kundenwünschen. Denkbar ist eine Verbindung mit dem Smartphone oder eine Smartwatch. Die Gesichtserkennung gewährt Zugang zu persönlichen Cloud-Diensten und individualisiert die nutzbaren Medien. Der Sprachassistent erfasst ganz nebenbei die Vorlieben der Nutzer und kann beispielsweise ein für alle passendes Restaurant oder anderes Fahrtziel vorschlagen. Zusätzlich können gesundheitsrelevante Daten der Nutzer erfasst und analysiert werden, was jedoch eine eindeutige Einverständniserklärung benötigt. Ein automatischer Notruf mit erster Diagnose wäre dadurch denkbar.

Drei Displays stehen jedem Fahrgast für individuelle Einstellungen, persönliche Inhalte und Nachrichten, sowie Filme und Routeninfos zur Verfügung. Getränkehalter und ein induktives Ladesystem für mobile Endgeräte der Insassen runden das Konzept ab.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt übrigens bei 80 km/h mit einer Reichweite von 100 km und 5 Sekunden von null auf 100. Der Snap ist 4,68m lang und 1,96m breit. Über den Preis ist noch nichts bekannt.

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