Der ’neue‘ BMW i3s – die Münchner stärken Markenkerne Sport und Style

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Quelle: BMW Webseite - der neue BMW i3s

Vor wenigen Wochen war ich bei einem Vortrag von Hildegard Wortmann in Zürich zugegen. Sie ist als Senior Vice President bei BMW für die Marke(n) der Münchner verantwortlich. Ihre Botschaft damals: für BMW stehen drei Kernbotschaften der Marke im Vordergrund. Jene umfassen neben Dynamik und Sportlichkeit die Bestandteile Luxus & Premium und eben das ‚i‘ – also die Elektromobilität. Keine ‚Ökoverzichtskisten‘, so Wortmann, sondern Elektroautos voller Emotionalität wolle man entwickeln.

Vor diesem Hintergrund habe ich mir die Ankündigungen zum Facelift des BMW i3 und seines neuen i3s einmal näher angesehen.

In unserem Vorbericht zur anstehenden IAA in Frankfurt hatten wir letzte Woche bereits anklingen lassen, dass BMW die größte Automobilveranstaltung Europas nutzen werde, um das Facelift für den BMW Elektro-Besteller vorzustellen. Spätestens seit am vergangenen Dienstag die ersten Bilder des neuen Modells i3 und i3s auftauchten ging es los im Mediendschungel. Der Stern titelte aussagekräftig ‚Vitaminstoss‚ – beim Focus hiess das Ganze ‚Frischer und Sportlicher‚ und für Auto-Bild wird der neue BMW i3s gleich zum ‚Elektro-Flitzer‚.

Reichlich Vorschusslorbeeren für einen Elektrowagen, den es bereits seit 2013 gibt und der sich für BMW zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat. In Europa liegt der i3 in den Verkaufsstatistiken hinter der Renault ZOE auf Rang 2 unter den reinen Elektrowagen. Das ist bei dem doch recht stolzen Preis für einen i3 ein wirklich großartiges Ergebnis.

Der BMW i3s ist die neue sportliche Version

Schauen wir uns die tatsächlichen Unterschiede einmal genauer an. Neben der Basisversion bietet BMW mit dem i3s zukünftig eine sportlichere Version an. Einen Zentimeter tiefer und vier Zentimeter hinten breiter, straffer in der Lenkung und direkter in der Gasannahme: das sind die Änderungen an Karosserie auf dem Weg zu einem sportlicheren Fahrzeug.

In der Basisversion bringt der BMW i3 125 kW (170 PS) mit. Die neue s-Version leistet 135 kW (184 PS) und ein plus im Drehmoment von 20 Newtonmetern (maximal jetzt 270 Nm). Passend zu dieser sportlicheren Variante ist dann der Fahrmodus ‚Sport‘. Durch diese Leistungssteigerung wird die Reichweite von BMW verringert auf 280 km angegeben, im Alltag läuft das dann (ohne Range-Extender) wohl eher auf ehrliche 200 km Reichweite heraus.

Alle Modelle erfahren einen Facelift

Doch auch das Basismodell i3 erfährt einige Veränderungen. Alle Modelle werden zukünftig mit Voll-LED-Scheinwerfern ausgerüstet sein. Ein neuer 10,25 Zoll Bildschirm bringt höhere Auflösung in Kacheloptik. Spracherkennung, Apple CarPlay und aufwendigeres Interieur locken in allen Modellen. Zusätzlich sind mit Imperial Blue und Melbourne Red zwei weitere Farben im Angebot.

Die Markenkerne Sportlichkeit und Style werden auf den i3 ausgeweitet

BMW verbessert mit diesem Facelift in Punkto Sportlichkeit und Style seinen Elektro-Bestseller. Somit werden zwei wichtige Bereiche, für die der Münchner Fahrzeughersteller bislang bei den Verbrennern steht, nun auch bei den Elektromodellen gestärkt. Aus Sicht der Markenführung ist das sicherlich ein wichtiger Schritt, denn der BMW i3s soll ja Sinnbild für eine erfolgreiche Entwicklung der Bayern zum innovativen Anbieter von Elektrofahrzeugen sein. Und da wird die Verknüpfung zu den beiden anderen Markenkernen Sport und Luxus (oder eben Style) enorm wichtig, um dem BMW Käufer den Schritt zur Elektromobilität leichter zu machen.

Was ist mit der Batterieleistung?

Aber es fällt letztlich doch auf, dass den Bayern hinsichtlich verbesserter Batterie und Reichweitenentwicklung nicht viel eingefallen ist. Ich vermisse hier die bei anderen Herstellern angekündigten Steigerungen an Batterieleistung.

Die Tatsache, dass eine Version BMW i3s als sportliches Modell mehr Batterieleistung beansprucht, die ist auch mir klar. Aber ich hätte mir von einem deutschen Fahrzeughersteller einen deutlicheren Sprung in Sachen Batterieleistung gewünscht. Gerade die internationalen Wettbewerber machen hier solche Fortschritte. Die Stärkung der Marke ist die eine Seite, doch bei allem Sport und Style sollte das Kernelement Elektro eben gleichermassen voran gebracht werden.

Bleibt abzuwarten, ob die Ingenieure bei BMW derzeit mehr Batterieleistung einfach nicht hinbekommen, oder ob wir doch vergleichbare Leistungsdaten zu den Tesla und Co. bekommen werden. Auch für den BMW Zielkunden wäre das sehr wünschenswert.

 

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