Der Kumpan – im 50er-Look durch die Straßen

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Der Kumpan - im 50er-Look durch die Straßen
Quelle: Sabrina Pfeifer

Der Kumpan – im 50er-Look durch die Straßen. Die E-Roller von kumpan-electric sind ursprünglich aus Rheinland-Pfalz. Der Kumpan 1953 ist das Modell der ersten Stunde. Seit 2010 wird er hergestellt. Ein Händler in Leinfelden-Echterdingen vertreibt die Roller im Retro-Look auch im Raum Stuttgart. Eine bessere Lage für mich – Studentin in Stuttgart-Vaihingen – gibt es kaum. Also fix in die S-Bahn und auf zur Testfahrt nach Leinfelden!

3 x 50 Kilometer Reichweite

Ganz vorne steht der Kumpan im Schauraum des Autohauses Roth. Ein großes Plakat daneben verkündet, was der kleine braune Roller so alles auf dem Kasten hat. Das ausgefuchste Akkusystem z.B. besteht aus drei herausnehmbaren Akkus (je 1,4 kWh), die einzeln oder gleichzeitig angeschlossen werden können. So hat der Kumpan dann auch eine maximale Reichweite von 150 Kilometer. Ein Akku ist da im Stadtverkehr also vollkommen ausreichend – die anderen können getrost in der Wohnung aufladen.

„Der Kleine“ – der Kumpan 1953

Auf dem Display wird neben der Geschwindigkeit auch die Akkuladung angezeigt
Quelle: Sabrina Pfeifer

Patrick Brumm von kumpan-electric hat mich bereits angekündigt und so läuft alles reibungslos: Ich bekomme von Hartmut Roth eine kurze Einführung in den Kumpan 1953. Es ist „der Kleine“ – denn hier kann nur eine Person mitfahren. Unter dem Sitz werden die Akkus verstaut und angeschlossen. „Im Display wird die Akkuladung von allen Akkus, die angeschlossen sind, angezeigt“, erklärt Roth. Hier also ein Akku, und der ist voll – na, dann kann’s ja losgehen. Noch eine kurze Vorführung der angemessen lauten Hupe. Dann bekomme ich einen farblich und stilistisch passenden Helm auf den Kopf und schiebe den Roller hinaus in die pralle Sonne. „Viel Spaß!“, wünscht mir Roth noch und ich düse ab.

Kein Lärm um nichts

Von Leinfelden aus fahre ich über Stuttgart-Rohr wieder Richtung Vaihingen. Schließlich will ich den Kumpan im „Stadtverkehr“ testen. Der ist in Leinfelden nicht zu finden. Den Berg hinab fährt „der Kleine“ brav 47 km/h, was in Top und kurzer Hose die immer größere Hitze sehr angenehm macht. Ich habe auch nicht das Gefühl zu langsam zu sein. Etwas, das ich persönlich als einen großen Vorteil des Elektromotor empfinde: Er macht nie viel Lärm um nichts, so wie die Verbrenner. Da fährt man auch mal 30 km/h ohne sich komisch vorzukommen. Außerdem ist der Kumpan meiner Meinung nach noch ein bisschen leiser als andere.

Weich und wendig

Der Kumpan zeigt sich sehr wendig, vor allem im Slalom um die Millionen Kanaldeckel auf der Strecke. Sehr angenehm überrascht bin ich von der Dämpfung. Selbst tiefere Schlaglöcher federt der Kumpan weich ab und ich merke nur ein kleines Holpern. Natürlich nehmen wir zwei auch viele rote Ampeln mit – ist schließlich Stuttgart. Das Anfahren bei grün ist zügig und ruckelt nicht. Allerdings spricht der Kumpan für meinen Geschmack etwas spät an. Da muss man den Griff schon weit drehen, bis er reagiert.

Auf leisen Reifen

In Vaihingen mache ich einen Abstecher ins Grüne und fahre zum Naturfreundehaus. Die schattenspendenden Bäume sind ein Segen. Und dann passiert es: ein Bussard hat mich auf dem Kumpan wohl überhört. Er startet völlig überrascht nur fünf Meter von mir entfernt aus halber Höhe von seinem Baum. Nicht nur auf Menschen muss man also aufpassen, sitzt man auf oder in einem E-Fahrzeug. Auch die „Wildtiere“ muss man im Blick haben.

Den Helm gibt's passend zum Roller
Quelle: Sabrina Pfeifer

Zuverlässig am Berg

Der Rückweg nach Leinfelden verläuft entspannt. Dort beschließe ich daher, noch einen Abstecher nach Musberg zu machen. Der Ort liegt am Hang – also kann ich noch den Antritt am Berg testen. Die engen, steilen Straßen fordern das geradezu. Aber der Kumpan lässt mich nicht im Stich. Auch wenn er an der steilsten Stelle etwas schwächelt, zieht er mich ohne zu stottern hinauf.

Sicheres Bremsen

Wieder zurück in Leinfelden muss ich einmal durch das ganze Örtchen fahren. Ich rausche mit 45 km/h leicht bergab und sehe, wie die Ampel rot wird. Dann schauen wir mal, was die Bremsen so können, denke ich mir und ziehen an den Griffen. Ohne zu blockieren oder zu schlingern, komme ich sauber an der Haltelinie zum Stehen. Die Bremsen können was – allerdings sprechen auch diese – wie beim Gas – erst an, wenn man die Bremshebel schon ein gutes Stück herangezogen hat. Wieder Geschmacksache – für mich aber ein Tick zu spät.

Klein und Groß

Noch eine kleine Anmerkung zum Schluss: Wer größer als 1,80m ist oder lange Beine hat, der tut sich mit dem 1954L vermutlich leichter. Allerdings hat er dann kein ganz so kleines, schlankes und wendiges Gefährt unterm Sattel – dafür mehr Beinfreiheit und einen Sitzplatz mehr. Ab 3850 Euro kann übrigens jeder mit mindestens AM Führerschein einen dieser Gefährten erstehen. Meiner hat mich mittlerweile trotz der unsäglichen Temperaturen sicher und entspannt zurück zum Autohaus gebracht – ein echter Kumpel eben.

 

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