An der University of Warwick, England, arbeitet derzeit ein Team aus Wissenschaftlern an einem neuen E-Transporter. Er ist für den städtischen Lieferverkehr gedacht und basiert auf dem Twizy von Renault und nennt sich DELIVER-E.

Der Antrieb des Teams

Wie für andere Entwicklungen im Bereich der Lieferung der letzten Meile war auch für das Team um Carsten Astheimer und Professor David Greenwood die zunehmende Problematik des erhöhten Verkehrsaufkommens Anlass zur Konstruktion des DELIVER-E. Die erhöhte Nutzung des Lieferverkehrs führt zu unnötigen Lärm- und Abgasemissionen und (Park-)Platzproblemen.

Für die Nutzung des Twizy als Plattform für den DELIVER-E sind nicht einmal Verträge mit Renault nötig. Renault hat die Hardware, bzw. das Grundgerüst des Twizy vor einiger Zeit, rechtlich gesehen, als Open-Source allen zugänglich gemacht, die ein eigenes Elektrofahrzeug entwickeln möchten.

Einsatzbereiche für den „neuen Twizy“

Viele Produkte, Warenlieferungen und Courierfahrten benötigen weit weniger Stauraum, als die genutzten Transporter mit Verbrennungsmotoren bieten. Der DELIVER-E ist für den urbanen Raum gedacht. Er bietet zwar deutlich weniger Stauraum als viele Transporter, dafür ist er sehr klein und einfach in der Handhabung. Einzelne oder einige gebündelte Onlinebestellungen können damit sehr gut ausgeliefert werden. Die Einkaufsfahrt mit dem eigenen Auto könnte ein Liefersystem mit dem kleinen Transporter überflüssig machen, indem die Einkäufe nach Hause geliefert werden.

Die Funktion des DELIVER-E

Er ist ausgestattet mir einer 6,5 kWh-Batterie, welche an der WMG entworfen wurde. Sie soll das Start-Stop-Verhalten in der Stadt und speziell im Lieferverkehr noch besser verkraften als bisherige Batterien von Elektrofahrzeugen. Zudem soll damit eine höhere Reichweite möglich sein, als im bisherigen Twizy. Sie ist die erste Batterie, die in einer neuen und automatisierten Produktionslinie für Elektroauto-Batterien gebaut wurde. Diese Produktionslinie ist ebenfalls ein Forschungsprojekt, um die Produktion von Batterien in England auf ein neues und effektiveres Level zu heben. Dabei ist auch an die Nutzung der Batterie nach dem Einsatz in Elektroautos und an das Recycling gedacht.

Der DELIVER-E ist modular aufgebaut um die Möglichkeiten zur Berücksichtigung von individuellen Kundenwünschen zu veranschaulichen. Das dient zudem einfachen und kostengünstigen Reparaturen. Programmierbare LED-Streifen gehören ebenfalls zum Konzept. Bislang verfügt er über 750 Kubikmillimeter Ladefläche, was zugegeben nicht überwältigend ist. Allerdings geht es auch nur um die letzte Meile.

Er wird eine Projektstudie bleiben

Der DELIVER-E ist in erster Linie ein Austellungsstück, welches beispielsweise auf Messen die mögliche Zukunft der urbanen Lieferung verdeutlichen soll. Für die Zukunft ist angedacht, Kommunikationsschnittstellen einzubauen. Damit soll die Kommunikation zwischen dem Fahrer, dem Kunden, dem Auftraggeber und/oder dem Depot ermöglicht werden. So können eventuelle Testeinsätze wertvolle Erkenntnisse liefern, wie das Fahrzeug tatsächlich genutzt wird. Auf Basis dieser Daten können zukünftig perfekt dimensionierte und funktional passende Fahrzeuge entworfen werden, um den Lieferverkehr in urbanen Gebieten zu bedienen.

 

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