Zugegeben, ich plane gerne. Ich mag es zu wissen, wo ich lang muss, wie der Verkehr ist und wann ich in etwa da bin. Google Maps ist mir da immer Stab und Stütze, daher merke ich im Taxi auch immer relative schnell, wenn der Fahrer gerade noch eine Extrarunde um zwei Blocks dreht um den Preis noch ein kleines bisschen anzuheben. Klar, es geht um kleine Preise, aber als Studentin in den USA freut man sich schon wenn man das Geld woanders ausgeben kann.

UBER erlaubt es mir über die App meine Route jederzeit zu verfolgen, ich kann meinem Fahrer auch alternative Routen vorschlagen. Die App sagt mir wann ich spätestens an meinem Ziel bin. Ich erhalte Informationen bei einer UBER POOL Fahrt durch die App, wie viel Zeit es kosten wird zusätzliche Passagiere auf meinem Weg mitzunehmen. Den Preis habe ich ja bereits gezahlt, und ich kann im Nachhinein gut nachvollziehen, wenn sich etwas an meinem Preis ändert.

The American Way of… Driving

Autos über Autos. Überall! Und das unterscheidet sich schon zu Deutschland, denn hier in Chicago, sind die Leute gefühlt überall mit ihrem Auto unterwegs. Auch wenn es gerade nur um zwei Blocks zum Mittagessen ins Lieblingsrestaurant geht. Es ist irgendwie Mentalität, irgendwie der Wunsch unabhängig zu sein oder auch einfach nur Gemütlichkeit? Aber klar, dass ein Geschäftsmodell wie UBER hier funktioniert. Denn Parkplatzsuche in Chicago? No way!

Ich habe Chicago aus zwei Perspektiven kennengelernt. Als ich als Touristin hier angekommen bin wollte ich einfach nur die Stadt erkunden. Kein Thema, wenn es dann mit dem Taxi mal ein bisschen teurer geworden ist. Aber jetzt, wo ich früh auf die Arbeit muss, danach schnell einkaufen und abends vielleicht noch Downtown mit den Kollegen was trinken gehen, bietet sich ein Sharing-Modell á la UBER POOL manchmal einfach an. Wie steht die Zielgruppe zu den UBER-Diensten?

#deleteuber?

Der Versuch eines Einreiseverbotes durch US-Präsident Donald Trump dürfte bekannt sein. Folge war, dass auf den internationalen Flughäfen zahlreiche Menschen festsaßen. Als Reaktion darauf schloss sich die Taxivereinigung von New York den Protesten an und stellten die Fahrten zum/vom John-F.-Kennedy-Flughafen ein. Es sollte die Solidarität der Taxivereinigung gegenüber jenen zeigen, die vom Einreiseverbot betroffen waren.

Uber hat seinen Dienst nicht eingestellt und sogar das „Surge Pricing“ deaktiviert. Das ist der Mechanismus, der bei erhöhten Fahrgastaufkommen einen höheren Preis rechtfertigt. Daraufhin wurde der Hashtag #deleteUber zum Twitter-Trend, und das Bild des Unternehmens wurde insbesondere bei den Amerikanern nachhaltig geschädigt. Dazu beigetragen hat auch die Rolle von Uber-CEO Travis Kalanick im Wirtschaftsberatergremium von Donald Trump. Seit etwa zwei Monaten ist Kalanick kein Teil des Beraterstabs des Präsidenten mehr. Sein Umdenken wurde Gerüchten zufolge alleine dadurch ausgelöst, dass laut der New York Times 200.000 Nutzer ihre Nutzerprofile bei UBER löschten. Und dann gibt es da ja auch noch dieses Video, in welchem er mit einem Fahrer über die fallenden Preise diskutiert.

Präsident Jeff Jones hat das Unternehmen UBER Ende März verlassen. Seine Aufgabe war es, das Image der Firma zu verbessern, doch seine Überzeugungen und Ansätze ließen sich offenbar nicht mit Uber vereinen.

#oderdochnicht?

Ja, es liest sich so als käme UBER gar nicht mehr aus den Negativschlagzeilen raus und unter jenen, die den Service auf einer täglichen Basis nutzen hört man auch immer wieder kritische Stimmen. Aber wie sieht die Zukunft des Unternehmens aus?

Okay, 100 Millionen Dollar Verlust auf dem amerikanischen Markt in nur drei Monaten (Q3 2016) ist eine Hausnummer. Doch UBER investiert große Summen, seine App international noch bekannter zu machen und sich nicht von der Konkurrenz abhängen zu lassen. Die App und der größtmögliche Kundennutzen sind dabei ausschlaggebend. Und auch wenn sich UBER den weltweit größten Markt China dem Rivalen Didi Chuxing überlassen musste, schätzen Experten den Börsenwert des Unternehmens bei 69 Milliarden Dollar. Das entspricht ungefähr der Bewertung von Europas größtem Autobauer Volkswagen.

Auch wenn UBER immer wieder Negativschlagzeilen macht, so überzeugt mich die Idee. Sharing Modelle sind in aller Munde und das Unternehmen wird als „Next Big Thing“ gehandelt. Es wird jedoch immer klarer, dass Konkurrent LYFT nachhaltig vom derzeitigen Verhalten von UBER profitieren. So nutzen in den USA viele beide Apps parallel oder haben UBER dank der Alternative ganz den Rücken gekehrt. Ist #deleteUber also ein unaufhaltsamer Trend, oder sind diese negativen Schlagzeilen nicht doch immer wieder bei wirklich großen Innovationen zu erwarten? Wir werden sehen.

Einen Vergleich zwischen beiden Apps gibt es dann am Freitag in unserer Serie.

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