Das Startup Evopark geht an den Mittelständler Scheidt und Bachmann aus Mönchengladbach. Das Startup war bereits in 2016 für uns eines der Startups der Woche.

Für die Kölner Gründer, allesamt aus der Kaderschmiede der WHU Otto-Beisheim-Hochschule in Vallendar, bedeutet der Exit die Chance zur europäischen Expansion. Bekannt wurden die vier Kölner, als sie in der TV Startup Show „Die Höhle der Löwen“ einen Deal ablehnten.

Scheidt & Bachmann ist ein Familienunternehmen, das bereits 1872 gegründet wurde. „Smarte Lösungen für innovative Betreiber“ – so heißt der Slogan der Mittelständler vom Niederrhein. Einer dieser hidden champions aus der deutschen Mobilitätsindustrie, mittlerweile in der fünften Generation der Gesellschafterfamilie. Ca. 3.000 Mitarbeiter arbeiten weltweit an deren Mobilitätslösungen.

Ab Januar 2018 hält Scheidt und Bachmann nun 75 Prozent der Anteile an Evopark. Die restlichen 25 Prozent verleiben bei den Gründern, vor der Übernahme gehörte ihnen noch etwas mehr als 50 Prozent. Der Investor Porsche Digital sowie Business Angels geben ihre Anteile im Rahmen der Transaktion ab. Und das überrascht dann schon in der Szene, denn Porsche Digital war bei Evopark nicht nur für einen kurzen Stunt eingestiegen.

Scheidt und Bachmann ist nach Auskunft der Gründer einer der ersten Kunden gewesen, die das Evopark-System in ihre Parkhäuser integriert hätten. Die Mittelständler wollten jetzt sichtlich den Deal. Ursprünglich waren die Produkte auf Schranken und Automaten ausgerichtet. Doch heute „liegt die wahre Herausforderung in der Intelligenz und Gesamthaftigkeit unserer Systemlösungen“, so ein Sprecher von Scheidt und Bachmann. Die Softwareentwicklung und ein Servicemanagement sind inzwischen das Herzstück der Systeme für vorausschauende, intelligente Mobilität geworden. Und genau da setzen die vier Gründer an.

Porsche investierte vor Scheid und Bachmann

Aufsehen (nach der Höhle der Löwen) sorgte ein Porsche-Investment. Der Autobauer aus Baden Württemberg stieg in 2016 bei dem Kölner Startup ein, damals gegen eine Minderheitsbeteiligung von etwa 22 Prozent. Gestartet sind die Kölner mit einer Mobile App, welche die freien Plätze in Park­häu­sern an­zeigt – das Ganze erfolgt bargeldlos und wird angereichert um Sonderkonditionen, die in nahegelegenen Geschäften gelten. Parken leichtgemacht und zusätzlich ein paar Sonderkonditionen im Einzelhandel – das trifft den Geschäftskern der App ganz gut.

Evoparks Parkservice ist nach eigenen Angaben inzwischen in 29 deutschen Städten erhältlich und dabei in mehr als 80 Parkhäusern und Tiefgaragen verfügbar. Die letzten drei Parkhäuser kamen in der letzten Woche in Kaiserslautern hinzu.

Jetzt haben die vier Gründer Marik Hermann, Sven Lackinger, Maximilian Messing und Tobias Weiper ihren Ausstieg vollzogen und werden tatkräftig bei der Internationalisierung des Services mithelfen. Ein win-win für alle Beteiligten.

Apropos Win! Den macht auch der erste ‚Fremdinvestor‘ Porsche. Auch wenn man erstaunt sein mag, dass die Württemberger schon wieder bei Evopark ausgestiegen sind, so heisst das nicht, dass sie nicht ihren Nutzen aus dem Investment gezogen haben. Neben einem finanziellen Erfolg vermeldete Porsche in dieser Woche, dass mit der Markeneinführung des neuen Cayenne der neue Parkdienst ‚Parken Plus‘ mit Evopark entwickelt worden sei. Porsche sein damit „der erste Hersteller, der die Lösung … in Form eines integrierten Dienstes auf den Markt bringt.“ Porsche Kunden können somit zukünftig kontaktlos in Partner Parkhäuser ein- und ausfahren, im neuen Cayenne sogar dank direkter integrierter Navigation.

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