Das Jahr 2018 wird für Tesla das alles entscheidende Jahr. Elon Musk wird in diesem Jahr mit seiner Firma den triumphalen Sieg über die Produktionshölle einfahren oder scheitern. Ein Mittelweg ist nahezu ausgeschlossen. Eine Frage die man sich oft stellt, was lauert bei den Kaliforniern hinter der Fassade? Das Jahr 2017 war das Jahr der Ankündigungen, das Jahr 2018 muss das Jahr der Umsetzung werden.

Was erwartet uns?

Uns erwartet so einiges! Ein Roadster, der jedes Hypercar in den Schatten stellen soll, ein LKW der die Logistik Branche aufmischen könnte und zu guter Letzt das Model 3, ein Fahrzeug welches den Massenmarkt erobern soll – Momentan noch viel Konjunktiv, aber bald Wirklichkeit?

Rückblick 2017

Wie bereits in meinem Artikel: „Rückblick: Wo steht Tesla?“ erwähnt, hat Tesla nicht alle Versprechen gehalten. Elon Musk wurde des Öfteren als Ankündigungsweltmeister dargestellt, so auch von dem Volkswagenkonzern-Chef Matthias Müller: „Also jetzt muss ich dann doch einen Satz zu Tesla sagen. Bei allem Respekt. Es gibt auf dieser Welt Ankündigungsweltmeister – ich nenne keine Namen.“ (Podiumsdiskussion „Menschen in Europa“) Auch Star Investor James Chanos sagte, dass Tesla alle möglichen Ankündigungen nicht eingehalten habe. Er glaube, Tesla sei wertlos. (CNBC)

In letzter Zeit suchten die Versprechen den Gründer immer mehr Heim und der Druck, besonders bei der Model 3 Produktion, wurde zum Jahresende immer höher. Tesla hat mehr Geld als in allen Jahren zuvor ausgegeben und schreibt hohe Verluste. Die Barbestände wurden von vier Milliarden Dollar zum Ende des Vorquartals auf 3 Milliarden am 30. Juni reduziert. Anfang November verkündigte man, dass man im jüngsten Quartal 1,3 Milliarden Dollar  ausgegeben hatte und einen Quartalsverlust von 619 Millionen Dollar bilanzieren müssen. (Quartalszahlen)

2018 müssen Erfolge her

Mittlerweile wird auch Elon Musk in den Olymp legendärer Vordenker gehoben. Die Investoren und Kunden geben sich leidensfähig. Ein regelrechter Hype hat Tesla im vergangen Jahr beflügelt und man konnte Ähnlichkeiten zu den sogenannten Apple Jüngern ziehen. Man nimmt Wartezeiten klanglos in Kauf und opfert viel, um den „ökologischen und technologischen“ Lifestyle hautnah zu erleben. Trotzdem müssen die Erwartungen irgendwann auch befriedigt werden, jeder Hype kann abklingen.

100.000 Autos verkaufen

Im Jahr 2018 will Tesla 100.000 Autos verkaufen. Damit wird man die Kunden, die 400.000 Model 3 vorbestellten, nur zu einem geringen Anteil befriedigen können. Die Produktionsziele des Model 3 wurden auf 5.000 Stück pro Woche am Ende des ersten Quartals gelegt. Seit der Firmengründung 2003 wurden gut 250.000 Wagen ausgeliefert. Man würde sich also deutlich steigern, aber nicht in dem ursprünglich geplanten Ausmaß. Der Satz „Wir stecken tief in der Produktionshölle“ von Elon Musk wird in den nächsten drei Monaten erneut überprüft.

Geld verdienen

„Geld verdienen“ leider ein bisher unbekannter Begriff bei Tesla. Durch die höchsten Quartalsverluste der Geschichte spürt man den Druck immer mehr. Der Einzug in den Massenmarkt muss gelingen. Denn nur wenn dieser Schritt gelingt, kann Tesla endlich profitabel werden. Dies wird zwar auch mit der Massenmarktfähigkeit des Model 3 seine Zeit dauern, aber die Investitionssummen werden mit der Massenproduktion langsam abnehmen und so kann am Ende auch Geld erwirtschaftet werden.

Falls Tesla auch in 2018 nur Geld verbrennt und die Einnahmequellen nicht steigern, kann eine Übernahme oder eine Kooperation drohen. Besonders die Chinesen haben bereits ein Auge auf den Innovator geworfen. China hat sich bereits strategisch wichtige Rohstoffvorkommen gesichert und man ist das führende Land bei der Einführung der Elektromobilität.

Navigation

“Major navigation overhaul coming in early 2018. Will be light-years ahead of current system, but we are testing it rigorously before rolling out.” @elonmusk

Elon Musk hat für das Jahr 2018 ein neues Navigationssystem angekündigt. Die neue Version soll eine deutlich verbesserte Zoom-Funktion und eine flüssigere Engine erhalten. Der Rollout soll im Frühjahr 2018 stattfinden. Bisher läuft das Navigationssystem in Model S, Model X und Model 3 mit zwei Systemen:

  • Offline-Karten von Navigon (Garmin)
  • Online-Karten von Google Maps

Ein Hacker namens verygreen hat das neue System bereits getestet und das Map-Modul namens „Vector Maps“ entdeckt. In einem Video zeigt er die Neuerungen. Mit den neuen Open-Source-Karten verspricht man sich wohl schnellere Aktualisierungsintervalle.

Batteriegarantie

Da die Leistungsfähigkeit von Akkus über die Jahre immer weiter abnimmt, haben Autokäufer meist die berechtigte Angst vor dem Kapazitätsverlust ihres Elektroautos. Bei dem Model S und Model X hatte Tesla eine Neuwagengarantie von 4 Jahren oder 80.000 km ausgesprochen. Um das Model 3 nun noch schmackhafter zu machen, hat man für die Gewährleistungszeit eine Mindestkapazität der Batterie in Höhe von 70 Prozent des ursprünglichen Zustandes garantiert.

Aktien in 2018 – Jetzt noch investieren?!

Betrachtet man Tesla 2017 an der Börse, so kann man Erfolge und Misserfolge deutlich sehen. Twitter Meldungen des CEO Musk sorgen für große Schwankungen und haben den Aktienerfolg maßgeblich beeinflusst. Ein gutes Beispiel für den Erfolg an der Börse war das chinesische Unternehmen Tencent, das Anfang März für rund 1,8 Milliarden Dollar Aktien erwarb (5%) und  nach knapp einem Monat eine halbe Milliarde Gewinn nachweisen konnten. Jedoch ist man am Ende des Jahres bei rund 260€  stehend, auch  wieder weiter vom Jahreshoch von 343€ entfernt.

In der Wirklichkeit der Anleger findet das Rennen nicht bei den steigenden Absatzzahlen oder den neuen innovativen Projekten statt, sondern in der Bilanz. Die Fahrzeuge kosten momentan mehr als sie einbringen. Für 2018 rechnen die Analysten nicht mit schwarzen Zahlen!

Tesla muss wachsen. Und das um jeden Preis, sonst wird man die Gewinnschwelle nicht erreichen. Will man weiter schnell wachsen und flexibel agieren muss man die Kapitalgeber weiter davon überzeugen, den Geldhahn offen zu lassen.

Für die Aktie wird es Ernst

Mitte des Monats Dezember sah es noch hervorragend für die Bullen aus. Man hatte eine Aufwärtstrendlinie verteidigt und konnte die Marke von 330 US Dollar halten. Leider zeigte sich am 15. Dezember nach der Abrechnung von Futures und Optionen an der Terminbörse, wieder ein schlechteres Bild. Momentan ist laut Börsenexperten eine auffällige Abstinenz der Käufer vorhanden, welche dafür sorgen könnte, dass ohne Unterstützung die Aktie auf eine Marke von 240 US-Dollar zusteuert. Wenn die Unterstützer der Marke sich also nicht bald wieder zeigen, sollte man die Finger von der Aktie lassen und keine Gewinne erwarten. (Lynxbroker)

Fazit

Betrachtet man die Börse so geht es abwärts. Nach Weihnachten steht die Aktie nur noch bei 260€. Jedoch ist in der Betrachtung der zukünftigen Entwicklung des Unternehmenswertes entscheidend, ob man die derzeitigen Erwartungen erfüllt. Die Produktion des alles entscheidenden Models zieht momentan an. Warten wir also das erste Quartal 2018 ab und wagen dann eine erneute Prognose. Wie sehen Sie Tesla? Flop oder Top?

 

2 KOMMENTARE

  1. „Im Jahr 2018 will Tesla 100.000 Autos verkaufen.“ – kann man so nicht stehen lassen.
    Das ursprüngliche ambitionierte Ziel für 2018 waren 500.000 Fahrzeuge, das wird aufgrund der derzeitigen Verzögerung schwer zu erreichen sein.
    100.000 Autos gesamt können in 2017 erreicht oder nur knapp verfehlt werden, in ein paar Tagen wird man es wissen.

  2. Die Batterie- und DriveUnit Garantie ist 8 Jahren bei unbegrenzter Kilometerleistung beim Model S und X. @Pamela: so wie es ausschaut, wird Tesla das Ziel von 500’000 Autos doch erreichen 😉 die Chancen stehen sehr gut.

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