Das Jahr 2017 – viel gesehen, viel erlebt

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Das Jahr 2017 – viel erlebt und viel gesehen
Quelle: pixabay

Vor dem Jahr 2017 war ich ein ziemlich unbeschriebenes Blatt, was Elektroautos und E-Mobilität angeht. Natürlich bekommt man als Stuttgarter mit Daimler und Porsche gewisse Entwicklungen in der Autoindustrie mit. Aber so tief steigt man in das Thema dann doch nicht ein. Hier ein kleiner Rückblick, was ich im letzten Jahr erlebt habe.

Roller, Fahrrad, Moped – Hauptsache elektrisch

Umso spannender waren die Recherchen und das Herstellen von Kontakten zu E-Mobilität Insidern – etwa auf der ams-i-mobility Messe im Frühjahr in Stuttgart. Überrascht hat mich, wie offen die Aussteller waren und auch jemandem wie mir, der noch keine Ahnung hatte, bereitwillig alle Fragen beantworteten – seien sie auch noch so basal. Seitdem bin ich übrigens ein großer Fan von elektrisch betriebenen Zweirädern. Egal ob E-Roller oder E-Räder: die Faszination war geweckt und ich vereinbarte eine Probefahrt nach der anderen. Mit dem FEDDZ ging’s ziemlich flott durch Biberach, mit dem Scrooser ziemlich entspannt durch Karlsruhe und mit Stella und Kumpan war ich auf leisen Reifen in Stuttgart unterwegs. Auch Charme und Klasse konnte ich auf der Messe ausprobieren – die E-Mopeds von MEIJS haben echt Stil. Die Zero-Maschinen konnte ich aufgrund fehlendem Führerschein nicht fahrend testen – darauf sitzen hat sich aber trotzdem gut angefühlt.

Stadtführung mal anders: Wir SCROOSEN durch Karlsruhe
Quelle: Theresa Schmid

Mit offeneren Augen durch den Alltag

Je mehr ich mich mit Elektromobilität beschäftigt habe, desto mehr fiel sie mir unterwegs und im Alltag auf. Und dadurch, dass ich mehr darauf geachtet habe, wurde mir erst bewusst, wie weit die Entwicklung teilweise schon ist. Manche, die noch nicht vom Konzept E überzeugt sind, bemängeln die Versorgung mit Ladesäulen – vor allem Schnellladern – und die Reichweite der Autos. Letzteres braucht, denke ich, einfach noch mehr Entwicklungszeit – der Benzinmotor wurde auch nicht an einem Tag erfunden und perfektioniert. Und an ersterem wird gearbeitet – das Tankstellennetz war auch nicht von jetzt auf gleich flächendeckend vorhanden.

E-Mobilität in Schottland

Nach neun Monaten, die ich in der „deutschen“ E-Landschaft verbracht habe, hatte ich die Gelegenheit in meinem Auslandssemester in Ayr, Schottland, in die britische Welt hinein zu schnuppern. Schottlands Regierung unter Nicola Sturgeon hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2032 alle Benzin und Dieselautos abzuschaffen. Die dreiteilige Roadmap ist seit diesem Frühjahr in der zweiten Phase – der Erweiterungs- und Erhaltungsphase.

Infrastruktur bis ins Hinterland

Und wirklich wahr: Bei meinen Trips durch die schottischen Highlands war ich immer wieder erstaunt, in welch abgelegenen Gebieten es tatsächlich bereits Ladestationen gibt. Wie mir von einer E-Fahrerin erzählt wurde, ist hier das Problem eher andersrum gelagert: Mehr Ladespots and Einkaufszentren und nahe Tankstellen wären wünschenswert, weil praktischer und bequemer zu erreichen. Die nationale Verkehrsbehörde Transport Scotland arbeitet mit Hochdruck daran, das Aufladen zu verbessern und mehr Leute vom E-Autofahren zu begeistern. Aber auch sie haben erkannt, dass es nicht nur um Subventionen und convenience geht – die ganze Einstellung zum Transport muss sich ändern. Daher werden auch öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen ebenso gefördert.

Schottland und die Emobilität
Quelle: Sabrina Pfeifer

Mein Fazit für das Jahr 2017

Die Entwicklungen in der E-Welt gehen ziemlich schnell voran – von Lade- über Speichertechniken bis hin zum autonomen Fahren. Ich sehe aber die große Herausforderung tatsächlich darin, die „breite Masse“ von der E-Mobilität zu überzeugen. Wer sich im beruflichen Alltag oder aus Eigeninteresse nicht mit diesem Thema befasst – oder irgendwann bei Feinstaubalarm nicht mehr mit dem Auto in die Stuttgarter Innenstadt fahren darf – der hat doch nur rudimentär Kontakt damit. Dieses Halbwissen kann zu Annahmen führen, die in der Realität nicht (mehr) stimmen. Letztendlich reicht es nicht aus den Menschen nur anreize zu bieten, E-Autos zu kaufen und das Laden praktischer zu machen – die ganze Einstellung zum Autofahren muss sich ändern. Eben das, was Transport Scotland momentan verstärkt vorantreiben will. Denn wer elektrisch fährt, muss erstens (noch) ganz anders planen. Und zweitens sollte mit der Nutzung auch der Ökologiegedanke in den Alltag Einzug halten.

Noch ein Gedanke für 2018…

Eben das ist es, was ich mir im nächsten Jahr von Regierung, Automobilherstellern und allen anderen Beteiligten wünsche würde: nicht nur finanzielle Anreize setzen, sondern auch noch aktiver Informieren und die aktuelle Situation erklären.

In diesem Sinne: Einen guten Rutsch und ein erfolgreiches neues Jahr!

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