„Durch den Einsatz intelligenter Parkhausinfrastruktur und ihrer Vernetzung mit Fahrzeugen ist es uns gelungen, fahrerloses Parken deutlich früher als geplant zu realisieren“ Gerhard Steiger, Vorsitzender des Bosch-Geschäftsbereichs Chassis Systems Control

Die klassischen, genervten Samstagnachmittag Auseinandersetzungen um den letzten freien Parkplatz waren gestern. Und auch das ständige Gepiepe vom Einparkassistenten gepaart mit hektischem Halsverrenken könnte bald der Vergangenheit angehören. Denn gemeinsam haben Daimler und Bosch die weltweit erste infrastrukturgestützte Lösung für fahrerloses Parken entwickelt. Der Test des Pilotprojekt läuft derzeit im Parkhaus des Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart. Schon ab August 2018 soll neben dem herkömmlichen Parken auch der Automated Valet Parking Service verfügbar sein. Wenn denn die Zulassungsbehörde mitspielt.

Intelligente Sensoren ermöglichen automatisiertes Parken

Das Fahrzeug wird in der Drop-off Area des Parkhauses abgestellt und von der intelligenten Parkhausinfrastruktur erfasst. Anschließend wird es selbstständig gestartet und zu einem zugewiesenen Parkplatz geführt. Sensoren überwachen den Fahrweg und das Umfeld des Autos und steuern das Fahrzeug entsprechend. Und auch im Mischbetrieb soll die Technologie fähig sein in Gefahrensituationen Reaktionsbefehle an das Auto zu senden um Unfälle zu verhindern.

Dabei liefert Bosch die Sensoren für die Parkhausinfrastruktur sowie die Kommunikationstechnik während Daimler die Fahrzeugtechnik sowie Sensorik und Software in den Pilotfahrzeugen beisteuert. Fahrerloses Parken schont aber nicht nur die Nerven der Parkhausgäste, auch haben 20 Prozent mehr Fahrzeuge Platz in den Parkhäusern. Laut Angaben von Bosch könne die Infrastrukturtechnik in Parkhäusern nachgerüstet werden.

„automatisiertes Valet Parken ist wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren“

Daimler und Bosch hoffen aber auch durch das automatisierte Valet Parking weitere Informationen über die Reaktionen der tatsächlichen Nutzer zu sammeln. Weitere Schritte in Richtung autonomen Fahrens bis 2020 sind wohl schon in Planung. 

„Wir nähern uns dem autonomen Fahren schneller als viele vermuten. Das fahrerlose Parken im Museum zeigt eindrücklich, wie weit die Technologie bereits ist“, sagte Dr. Michael Hafner, Leiter Automatisiertes Fahren und Aktive Sicherheit in der Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

Kommentar verfassen