Co-wheels – cheaper, greener, convenient

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Co-wheels – cheaper, greener, convenient
Quelle: www.co-wheels.org.uk

Co-wheels – cheaper, greener, convenient. Die Car Clubs in Großbritannien sind eines der großen Gegenstücke zu Carsharing-Modellen deutscher Autobauer. Sie werden auf der Insel allerdings nicht von großen Autokonzernen betrieben. Im Gegenteil: Einige sind in der Hand von Kommunen und Ortsgruppen, andere werden von Firmen aus dem Tourismusbereich betrieben. Ein Beispiel sind die clubs von enterprise rent-a-car oder easy (zu der auch die Fluggesellschaft easyjet gehört). Einer weiterer Club, der sich damit rühmt, der einzige nationale und unabhängige Car Club zu sein, heißt Co-wheels. Er ist an über 60 Orten in Großbritannien vertreten. Als Vorzeigebeispiel eignet er sich aufgrund seines Mottos: ‚cheaper, greener, convenient‘ (günstiger, grüner, praktischer).

Wo Co-Wheels zu finden ist

Auch wenn der offizielle Sitz von Co-wheels in Durham, Nordengland ist, Co-wheels-Autos findet man auf deren interaktiver Karte von Dumfries (Dumfries & Galloway, im Süden Schottlands) bis hoch nach Huntly (Aberdeenshire, im Nordosten Schottlands). Natürlich sind die meisten in den großen Städten wie Edinburgh, Glasgow, Aberdeen oder Dundee vertreten. In ländlicheren Gegenden Schottlands, wie nahe Dunbar oder North Berwick stehen mittlerweile aber auch einige Fahrzeuge. 62 elektrische und 156 low-emission Autos besaß der Club im Jahr 2015. Zugegeben von insgesamt 480 Fahrzeugen ist das gerade etwas mehr als ein Drittel, aber Richard Falconer, Managing Director von Co-Wheels blickt dennoch positiv auf die Entwicklung: „We are particularly proud of our achievements […], which has seen us rapidly expand and develop the service to provide greener car sharing for residents, businesses, and the public sector across the UK.“ Über 3800 private und 6800 Business-Mitglieder zählt der Club großbritannienweit.

Simples System – pay-as-you-go

Preise für verschiedene Autogrößen
Quelle: www.co-wheels.org.uk

An sich ist die Buchungsweise ähnlich zu car2go: Es ist ein pay-as-you-go System. Wer registriert ist, kann sich online oder via Handy einbuchen. Geöffnet werden die Autos mit einer smartcard. Ist man genug gefahren, bringt man das Auto einfach wieder zurück zu einem der reservierten Parkplätze. Für E-Autos sind solche auch direkt an Ladestationen markiert. Mindestmietdauer sind 30 Minuten, gezahlt wird die Zeit und die gefahrenen Meilen. Wer elektrisch fährt, zahlt allerdings kein Meilengeld – dafür einen Stundensatz von 5,50 Pfund. Versicherung und Pannenschutz sind in der Mitgliedschaft übrigens enthalten. „Tanken“ ist wohl auch recht easy: Statt einer Tankkarte steckt bei den E-Autos die Ladekarte in der Mittelkonsole. Wobei man momentan dazu sagen muss, dass die meisten Ladesäulen in Schottland noch kostenlos sind: Also bloß nicht zuhause laden! Falls man unterwegs einen Ladepunkt braucht, schlägt Co-wheels die Zap-Map App vor.

Mit Handbuch zum E-Auto

Bei Co-wheels kann man anders als bei car2go zwischen mehr als zwei unterschiedlichen Autos wählen. Small, Medium, Large, 7-Sitzer oder sogar Vans sind im Angebot. Die meisten davon sind schon Hybride (z.B. Yaris Hybrid oder Auris Hybrid). Bei den E-Autos gibt’s die typischen Vertreter: den Citroën Zero, den Nissan Leaf oder den Peugeot iOn. Und natürlich den Renault Zoë. Wer größere Dinge emissionsfrei transportieren möchte, der kann sich sogar einen E-Van mieten. Und noch ein schlaues Feature: Handbücher zu allen E-Fahrzeugen stehen online auf der Co-wheels Webseite.

Grünes Logo – grüne Ziele

In der Firmenpolitik Co-wheels schlagen sich die Ziele des Development Car Clubs in Scotland Programms (DCCS) nieder. Die drei Säulen „cheaper, greener, convenient“ von Co-wheels schlagen genau in die gleiche Kerbe: mehr saubere Autos, weniger privat genutzte und damit auch insgesamt weniger Autos. Zudem zahlt die einzelne Person weniger – und die Parkplatzsuche soll durch reservierte Buchten weniger Zeit in Anspruch nehmen. Der Car Club sucht – wie auch im DCCS niedergeschrieben – immer neue Bereiche, in denen er mit dem Elektroantrieb punkten kann. Ein Beispiel ist das Mieten von Elektrofahrrädern für Mitarbeiter. Co-Wheels setzt damit neben den Vier- auch auf Zweiräder.

Auszeichnung von Green Fleet

Für die Bemühungen um Umweltfreundlichkeit bekam Co-wheels sogar den „Green Fleet award“ und erhielt den Titel „Car Club of the Year 2016“. Zurecht, findet Colin Boyton, Events Manager von Green Fleet: „In Co-wheels, we found an organisation that has „green“ in its core, with a fleet full of low-emission, hybrid, and electric cars. Coupled with their Go Ultra Low Company status, this makes them worthy winners […].“ Diese Auszeichnung wird in Deutschland vom TÜV vergeben. Sucht man aber nach Car Clubs in Deutschland, sind die Ergebnisse vorwiegend Vereine von Oldtimer-Fans.

Und Deutschland?

Ich bin skeptisch, ob solche Car Clubs in Deutschland funktionieren würden. Fahrgemeinschaften, Carsharing und alternative Antriebe für die Umwelt in Ordnung – aber auch hier steht wieder die Frage, ob wir Deutschen – vor allem in den Automobilzentren und auf dem Land – das eigene Auto dafür aufgeben wollten. Denn wie an den anfangs genannten Standpunkten zu sehen ist, sind auch in Schottland die Clubs vornehmlich in größeren Städten stationiert.

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