Es ist nur wenige Wochen her und es war ein Schock für die deutschen Autobauer. China beschloss eine feste Elektroquote für den Abverkauf von Autos einzuführen. Jetzt folgte die Nachricht, dass die Volksrepublik ihre geplanten Zwangsquoten für Elektroautos entschärft. Diese Meldung lies sich Bundesaußenminister Sigmar Gabriel in Peking bestätigen. Ein Aufatmen geht durch die deutschen Autobauer, jedoch nicht durch die Verfechter der Elektromobilität.

Ist die Lockerung der Elektroquote ein Rückschritt?

Grundsätzlich gilt nach wie vor: China hat die Elektroquote nur gelockert und nicht abgeschafft. Das heißt konkret, dass die Quote nur ein Jahr später eingeführt wird. Weiterhin können niedrige Absatzzahlen später kompensiert werden und es werden Regeln gefunden, die einen Technologietransfer zwischen den beiden Ländern Deutschland und China begrenzen.

Der Druck auf die Automobilindustrie wird damit reduziert. Aus meiner Sicht wäre der Druck auf die deutschen Autobauer zwar nicht schlecht gewesen, denn die Automobilbranche hätte mehr Geld in die eMobilität stecken müssen. Sie wäre verpflichtet gewesen Innovationen voran zu treiben, wenn man den großen asiatischen Markt nicht hätte verlieren wollen.

Jedoch werden solche Prozesse auf den höchsten politischen Ebenen verabschiedet und meist will kein Land größere Verluste durch solch eine Quote in Kauf nehmen. In diesem Fall wurde der Druck von Bundeskanzlerin Angela Merkel bewirkt. Welche vor kurzem erst die eFahrzeugziele 2020 aufgegeben hatte.

Die Elektroquote – Details

Ursprünglich sah die Elektroquote folgende Details vor:

  • ab 2018 sollten für acht Prozent aller in China verkauften Automobile sogenannte Kreditpunkte gesammelt werden müssen.
  • 2019 bereits rund zehn Prozent.
  • ab 2020 zwölf Prozent.

Die Hersteller kalkulierten mit der Faustformel, dass es vier Punkte für ein reines Elektroauto gäbe und zwei Punkte für ein Plug-In Hybrid.

Beispiel Volkswagen

Am Beispiel Volkswagen konnte man sich die Quote sehr schön verdeutlichen. Wenn VW in China rund 3 Millionen Autos verkauft, müssten nach diesen Berechnungen rund 60.000 Elektroautos produziert werden. Für Plug-In Hybride würde es bedeuten, dass sogar 120.000 Fahrzeuge produziert werden müssen. Ein hoher Druck, der durch die schnelle Einführung hätte entstehen können. Dass die meisten Hersteller jedoch noch nicht so weit waren, hatte man bereits des Öfteren festgestellt. Die Politik handelte nun im Interesse der deutschen Automobilindustrie. Sie half, den Herstellern etwas mehr Zeit einzuräumen. Ein Jahr kann bei solch großen Innovationen viel, aber auch wenig Zeit sein, je nach Budget und Intensität der Forschung.

Wir bleiben also mal wieder gespannt, was mit der weltweiten eMobilität passiert und wer eine eindeutige Vorreiterrolle einnehmen will. Verzögerungen, wie wir sie hier am Beispiel von China erkennen, sind allenfalls kosmetischer Natur, denn der Trend zu sauberen Antriebswegen für die Fahrzeuge lässt sich nicht mehr aufhalten.

 

 

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