Carsharing in Deutschland wird attraktiver per Gesetz

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Carsharing Gesetz hilft Falschparker von der Straße zu bekommen

Es gibt seit dem 1. September ein neues Carsharing Gesetz. Dieses soll helfen, die geteilte Form der Mobilität attraktiver zu machen. Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bekräftigte dessen Notwendigkeit in der letzten Woche. „Wir unterstützen diese neue Form der Mobilität mit einem eigenen Gesetz“, so der Minister beim Start der Länder- und Verbändeanhörung.

Politik reagiert auf Mobilitäts-Realität

Endlich, so mag man fast sagen! Denn bereits im Dezember des letzten Jahres hatte das Bundeskabinett ein erstes Carsharing Gesetz verabschiedet.

Die Politik reagiert jetzt also auf diese Form der umweltfreundlichen Mobilität. Und das wurde auch Zeit. Denn viele Mobilisten wurden bislang abgehalten, Carsharing Fahrzeuge zu nutzen. Warum:

Das große Problem des Carsharing Nutzers ist die heruntertickende Uhr. Denn bei den meisten Anbietern zahlt man für die genutzte Minute. Ein Fahrzeug eines der Freefloating Größen wie Car2Go oder DriveNow in einer der Städte wie Berlin, München oder Hamburg zu parken, das kann zu einer teuren Angelegenheit werden. Entweder steht das Fahrzeug falsch und birgt die Chance auf ein Ticket, oder man sucht schon mal 10-20 Minuten lang nach einer freien Lücke. Der Preis für diese Suche beträgt, je nach Anbieter, fünf Euro und mehr. Das sind häufig beinahe die Kosten, die man für die gefahrene Strecke von den Anbietern in Rechnung gestellt bekommt. Doch das wird sich jetzt hoffentlich ändern.

Mehr und kostenlose Parkplätze für Carsharing Fahrzeuge

Dank des neuen Gesetzes werden gesonderte und kostenlose Parkplätze für die Sharing Fahrzeuge angeboten. Das ist dann in etwa vergleichbar den Parkräumen für Taxen oder Polizeiwagen. Bei den knapp bemessenen Parkmöglichkeiten in den Großstädten sicherlich ein diskussionswürdiges Thema. Wieso sollen gerade die Carsharing Fahrzeuge in den Genuss dieser freien Flächen kommen?

Nun die Antwort ist einfach und wird vom CEO von DriveNow, der Carsharing Tochter der Münchner BMW und Sixt, direkt geliefert. „Ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt mindestens drei private Pkw. Wir rechnen damit, dass die Entlastung nach Inkrafttreten des Gesetzes noch größer wird, weil die Carsharing-Firmen den vorhandenen Parkraum effizienter nutzen, als private Autofahrer“, so CEO Sebastian Hofelich. Am Standort München habe man bereits gemessen dass über 1.000 Parkplätze dank des Sharing Angebotes frei geworden sein.“

Und somit ist das neue Gesetz für die Länder und Kommunen eine Möglichkeit, zukünftig freie Parkplätze für diese Anbieter bereitzustellen. Wenn es nach mir gänge, so wären die Elektro- und Hybridfahrzeuge der Carsharing Anbieter dabei bevorzugt zu behandeln. Wenn es einerseits darum geht, die Infrastrukturprobleme der Städte anzugehen, so kann man ja direkt Impulse für emissionsfreie Antriebsformen setzen. Oder man macht es direkt wie die Stadt Kopenhagen. Dort sind ausschließlich Elektroautos für das Carsharing zugelassen. Und DriveNow ist in der dänischen Metropole erfolgreich unterwegs, mit einer 100% Elektroflotte.

Berlin geht voran

In Berlin ist man dem Gesetz einen Schritt voraus. Hier gibt es bereits dedizierte Parkplätze für Carsharing Fahrzeuge. 90 Stück sind es derzeit auf öffentlichem Gebiet. Allein es fehlte bislang die gesetzliche Grundlage. Und siehe da: auch DriveNow ist in der Hauptstadt stark mit Elektrofahrzeugen vertreten, bereits 140 Elektrowagen sind nach Auskunft von CEO Hofelich im Stadtgebiet unterwegs.

Wenn jetzt die Randgebiete Berlins und, wie vielfach von Nutzern gewünscht, das Stadtgebiet Potsdams noch in das Wirkungsgebiet der Carsharing Anbieter aufgenommen wird, tja dann kann man tatsächlich hoffen, dass die Gesetzgeber an diesem 1. September einen wirkungsvollen Beitrag zur verbesserten Mobilität in der Großstadt gegeben haben.

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