Sharing-Dienste nehmen international Fahrt auf und so plant auch Volvo mit einer eigenen Geschäftseinheit auf diese Entwicklung im Automobilbereich aufzuspringen. Sich mal eben ein Auto per App buchen zu können ist längst keine super innovative Neuheit mehr, an die sich nur technikbegeisterte Fahrer wagen.

Der intuitive und kundenorientierte Service wird von verschiedenen Autobauern angeboten und ist besonders auch in Hinblick auf Elektromobilität interessant. Desweiteren versuchen viele Startups international Sharing zu verbessern, die Angebote der Hersteller zu zusammenzufassen und zu organisieren.

Go places with urbi – alle Sharing-Dienste in einer App
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Carsharing drive-by bietet Abrechnung nach Strecke
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Schneller durch die Stadt mit der Nahverkehrs-App ally
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Volvo und Sunfleet in Schweden: Was sind die Ziele der neuen Geschäftseinheit?

Mit der Gründung des neuen Geschäftsbereiches begibt sich das Unternehmen nicht im geringsten auf unbekanntes Terrain. Schon vor fast 20 Jahren hat Volvo den Sharing-Service Sunfleet gegründet, der in 50 schwedischen Städten eine 1.200 Fahrzeuge starke Flotte umfasst und mehr als 50.000 Nutzer erreicht.

Sunfleet konzentriert sich nur und ausschließlich auf Schweden. Zwar ist der BMW Dienst Drive-Now ebenfalls in Stockholm verfügbar, Sunfleet ist in seinem Heimatland jedoch der dominierende Sharing-Dienst. Volvos neue Herangehensweise hat das Ziel Sunfleet auch international zu präsentieren.

Sharing-Angebote in Deutschland

Car-Sharing ist zur Normalität geworden. Es entlastet Großstädte, verbreitet den Gedanken von Elektromobilität und nachhaltigem Fahren und definiert das gesellschaftliche Verständnis von Mobilität neu. Car2go und DriveNow sind die beiden großen Konkurrenten, denen Volvo entgegentreten muss um auf dem internationalen Markt Fuß fassen zu können.

Sharing-Anbieter: car2go

Absoluter Spitzenreiter im Car-Sharing ist car2go. Die 14.000 Fahrzeuge des Mobility Service von Daimler wurden im vergangenen Jahr von 2,2 Millionen Kunden mehr als 22 Millionen mal genutzt. 2016 haben sich alleine in Berlin 47.000 Neukunden für den Service registriert. Mit rund 175.000 Kunden ist Berlin übrigens DIE Stadt für car2go.

Sharing-Anbieter: DriveNow

DriveNow ist ein Joint Venture der BMW-Group und der Autovermietung Sixt. Der Sharing-Service verzeichnet im Jahr 2016 insgesamt 815.000 registrierte Nutzer, das ist ein Anstieg um 42 Prozent. Das Unternehmen agiert mit 5.000 Fahrzeugen der Marken BMW und Mini in fünf deutschen und sechs weiteren europäischen Städten und expandiert seinen Service kontinuierlich.

Entwicklungstendenzen

Insbesondere die junge Generation scheint lieber nutzen als besitzen zu wollen um unabhängig und ungebunden sein zu wollen. Einfach reinspringen und losfahren. Auch der DriveNow „Handshake“, also das direkte Übergeben des Autos an den nächsten Fahrer, sowie Online-Validierungsverfahren zur Verifizierung persönlicher Daten oder digitale Bezahlprozesse beim Bestellen oder Tanken der Autos treffen den Zeitgeist der Zielgruppe.

Außerdem sagt eine Studie der Unternehmensberatung Frost & Sullivan bis 2025 eine Verfünffachung der Anzahl an Carsharing-Nutzern voraus. Das ist auch für die Städte toll, denn so wird die Verkehrsbelastung bei steigender Urbanisierung reduziert und die Luftverschmutzung gesenkt. Thomas Beermann, CEO der car2go Europe GmbH verdeutlicht die Bedeutung von Elektroautos im Sharing. So konnten alleine in Madrid mit der reinen Elektroflotte innerhalb eines Jahres 775 Tonnen CO2 eingespart werden.

Zu Berücksichtigen sind auch neue Dienstleistungen die sich aus Sharing-Diensten ergeben, sowie die Rolle des autonomen Fahrens, das die Anzahl der Fahrzeuge noch einmal deutlich reduzieren könnte.

Was könnte für Automobilhersteller Volvo so interessant an Sharing-Angeboten sein?

Besonders interessant für Volvo bei der Erschließung des internationalen Sharing-Marktes dürfe die neue Kundenzielgruppe sein. Denn wie DriveNow damit wirbt, BMWs und Minis zur Verfügung zu stellen, könnte Volvo so die Aufmerksamkeit auf seine Fahrzeuge richten.

Auch wenn der Leihgedanke in der Gesellschaft wächst, kaufen doch viele Nutzer von Sharing-Diensten doch auch eigene Autos. Mit einer Sharing-Option von Volvo, könnte das Unternehmen dafür sorgen seinen Absatz auch international deutlich zu steigern.

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