“Can you imagine an interacting car?”

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“Can you imagine an interacting car?”
Quelle: Frauenhofer-Institut Stuttgart

“Can you imagine an interacting car?” Die Forscher vom Fraunhofer-Institut Stuttgart untersuchen mit dem autonomen Renault Twizy, wie Fußgänger mit Autos kommunizieren. Sie erfassen die Gestik der Verkehrsteilnehmer und lassen den Twizy visuell darauf reagieren. Auf der auto motor sport i-mobility Messe vergangenes Wochenende konnte man mehr über das Forschungsprojekt „Soziale Interaktion autonomer Fahrzeuge“ erfahren.

Kommunikation im Straßenverkehr

In der Realität ist die Kommunikation im Straßenverkehr zwischen Autofahrer und Passant komplizierter als man glaubt. Denkt man zum Beispiel an eine enge Straße ohne klare Vorfahrtsregelung, in der sich zwei Fahrzeuge entgegenkommen. In solch einer Situation, in der die Verkehrsregeln alleine nicht ausreichen, löst man die Situation meist mittels Handgesten oder Lichthupe. Ein weiteres Beispiel ist die ältere Frau, die den Zebrastreifen überqueren will. Oft bleiben ältere Menschen am Straßenrand stehen, um dem Verkehr Vorfahrt zu gewähren und im Anschluss in aller Ruhe die Straße zu überqueren. Auch hier ist eine individuelle Fahrer-Fußgänger-Interaktion gefragt. Im alltäglichen Verkehrsgeschehen gibt es eine ganze Reihe an Verkehrssituationen, die erst durch eine Kommunikation und Interaktion zwischen den beteiligten Verkehrsteilnehmern kollektiv gelöst werden können. Allgemeingültige Verkehrsregeln greifen hier nicht.

Soziale Interaktion autonomer Fahrzeuge

Die Entwicklungen in Sachen autonomes Fahren schreiten immer mehr voran. Aber reicht es aus, wenn Autos lediglich lernen, eigenständig zu fahren? Müssten sie nicht auch lernen, mit anderen

Verkehrsteilnehmern, wie Fußgängern und Radfahrern, zu kommunizieren? Wenn man nun daran denkt, dass bald immer mehr autonome Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind, dann stellt man sich die Frage, wie die Interaktion mit anderen Verkehrsteilnehmern aussehen soll, wenn keine Person mehr am Steuer sitzt. Fahrerlose Autos sollten daher lernen, mit anderen Verkehrsteilnehmern zu kommunizieren.

Mit genau diesem Thema beschäftigt sich eine Forschungsgruppe des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IOA). Anhand eines autonomen Renault Twizy wird untersucht, wie Fußgänger mit Autos kommunizieren.

Der Renault Twizy interagiert mit Passanten

Um herauszufinden, wie die Interaktion zwischen Autos und Menschen abläuft, hat das Frauenhofer-Institut einen Renault Twizy umgerüstet. Der speziell aufgebaute Twizy fährt autonom, kann Gesten erkennen und Signale senden. Dabei ist er mit verschiedenen Interaktionseinrichtungen ausgestattet. So wurde z.B. im Innenraum ein Beamer installiert, um verschiedene grafische Elemente, wie Smileys, auf die Windschutzscheibe zu projizieren. Durch einen Lauftext am Kühlergrill kann das Auto verschiedene Sätze abspielen und Nachrichten übermitteln. Außerdem ist der Twizy mit bewegbaren Scheinwerfern ausgestattet, die Gestiken nachempfinden können.

Wie die Kommunikation des Twizy in der Praxis aussieht, zeigt dieses Video:

Video https://youtu.be/cJmRVzz0YMk

Das Projekt ist Teil von Ambient Mobility

Das Projekt ist Teil der Kooperation „Ambient Mobility“ zwischen dem IAO und dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Ambient Mobility hat sich zum Ziel gesetzt, zukunftsorientierte Innovationen im Bereich Mobilität zu erforschen. Seit 2014 werden im Rahmen der internationalen Zusammenarbeit zukunftsfähige Mobilitätskonzepte entwickelt, bewertet und zur Umsetzung gebracht werden. Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg fördert die Kooperation.

Ein interessantes Forschungsprojekt, von dessen Ergebnisse die Entwicklung der autonomen Fahrzeuge sicherlich profitieren wird. Wir bleiben an diesem Thema dran.

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