BMW Investments direkt aus dem Silicon Valley

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Bild: BMW Group - Vision Head up Display

Die Ankündigung von BMW, einen 500 Millionen Euro Venture Fonds für BMW Investments im Silicon Valley aufzusetzen, hat letzte Woche für Furore gesorgt. Wir haben uns einmal näher angesehen, was die Bayern dahin treibt. Und wir haben nachgefragt, welchen Reiz das Silicon Valley für BMW ausübt.

‚Im Silicon Valley existiert ein Wahnsinns-Verkehrsproblem, es gibt wenig öffentliche Verkehrsinfrastruktur … Dienste wie Stratim (seit Februar 2016 der Nachfolger des ursprünglichen BMW Investments ZIRX), Uber oder Lyft werden schnell adaptiert, weil sie einen sehr hohen Nutzen darstellen’, so der Leiter BMW Group Technology Office USA Uwe Higgen. „Hier lernen wir voneinander. Alle Mitarbeiter sind von den technologischen Möglichkeiten der Zukunft fasziniert. Und dieser Aspekt macht das Silicon Valley so einzigartig,“ so der Manager im Originalton.

Die BMW Macher reizt also das digitale Klima in Kalifornien. Hier herrsche eine kontinuierliche Aufbruchstimmung. „… die Arbeit und den Alltag mit Hilfe von digitaler Technologie einfacher und effizienter zu gestalten, ist das entscheidende Anliegen der Unternehmen im Silicon Valley.“ Nun kommen also die bayerischen Investment Manager hinzu.

Die Bayern sind bereits seit einigen Jahren Teil dieses Innovations-Universums. Das Technology Office der BMW Group gibt es schon seit 1996 in Mountain View. BMW fliegt dafür eigens Mitarbeiter aus München ein. Diese werden mit Designern, Software Entwicklern und Elektro-Ingenieuren in kleinen Teams zusammengesetzt. So arbeiten sie an der Mobilität von Morgen.

Und damit entwickelt BMW ganz konkret die Produkte von Morgen und profitiert von der innovativen Umgebung. Ein gutes Beispiel ist die Partnerschaft mit dem Startup DigiLens und dessen Waveguide Optical Services. Hier werden die Fahrdaten statt auf dem Tacho oder Drehzahlmesser direkt im Helm des Motorradfahrers integriert. Auf der CES Anfang des Jahres stellte BMW diese Neuerung vor, Head-up-Display heißt das magische Element. Ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber nach einer ersten Phase super praktisch, so mein Eindruck.

500 Millionen für BMW Investments im Startup Fonds

Nun soll also ein 500 Millionen Euro Fond die Zusammenarbeit mit den Mobilitäts-Startups im Valley ankurbeln. Die Münchner planen nach eigenen Angaben BMW Investments in Autonomem Fahren und in allen Themen der Digitalisierung von Mobilität. Sie wollen in der vordersten Front dabei sein, wenn neue Techniken für Mobilität entwickelt werden. Dass dabei die E-Mobilität eine große Rolle spielt, versteht sich von selbst.

BMW ist nicht der erste der großen Fahrzeughersteller, der im Silicon Valley mit seiner BMW i Ventures Position bezieht. Ford, Daimler und Jaguar sind dort mit eigenen Teams vertreten. Volkswagen hat immerhin mit 300 Millionen Euro eine Beteiligung an dem UBER Wettbewerber Gett. Der Unterschied besteht in dem Fokus des auch für amerikanische Maßstäbe beachtlichen Fonds mit 500 Millionen. BMW Investments gewinnen damit die dringend notwendige Selbständigkeit, um in größerem Stil als bisher zu investieren.

BMW i Ventures wurde bereits 2011 in New York gegründet und gute 15 Investments in Startups getätigt. Die bekanntesten Namen dabei sind RideCell aus San Francisco, Zendrive oder ChargePoint aus Campbell in Kalifornien, welche mehr als 30.000 Ladestationen betreibt. ChargePoint arbeitet mit ChargeNow zusammen, dem Anbieter von Ladestationen, und wird von der BMW Gruppe betrieben. Nun werden die Kollegen für weitere BMW Investments aus New York an die Westküste umziehen. Auch keine ganz schlechte Option…

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