BMW i3 Bayern – Berlin & zurück | 1344 km in 16 Stunden für 16,01 €

HINWEIS: Die Testfahrt wurde bereits im August 2014 durchgeführt!

Das kleine Dorf Hermaringen liegt etwa 20km entfernt von Heidenheim auf der Schwäbischen Alb. Von dort aus werden es 677km bis Berlin sein. Elektrisch gefahrene Kilometer! Wir wollen austesten, ob die „elektrifizierte Strecke“ München-Berlin, die über die Autobahn A9 verläuft, mit dem BMW i3 bezwingbar ist. Acht Gleichstrom-Schnellladesäulen stehen nahe der Autobahn zur Verfügung, mit denen ein leerer i3 innerhalb von 30 Minuten auf 80% (90min für 100%) geladen werden kann.

Route vorab am Computer festlegen

Die Reichweite des i3 (Modelljahr 2014) beträgt zwischen 130 und 160km je nach Fahrweise, Strecke und Witterung. Die wichtigen Routenpunkte, also die Ladesäulen, können durch die BMWi-App ausfindig gemacht werden. Den finalen Routenverlauf kann man komfortabel im BMW-Routen-Portal am Computer festlegen und alle Ladestationen als einzelne Wegpunkte definieren. Per ConnectedDrive lässt sich die Route mit einem Mausklick direkt ins Auto übertragen, wo dann jedes Ziel nacheinander angefahren werden kann und nach Zielerreichung automatisch zum nächsten Ziel navigiert wird – klingt eigentlich ganz gut!

Start 10:30 h Richtung Ingolstadt

Um 10:30 Uhr rolle ich aus der Einfahrt meiner Großeltern in Richtung Ingolstadt. 121km trennen mich von der ersten Ladesäule. Der direkte Weg führt mich über Landstraßen und kleine Dörfer in einer beschaulichen Landschaft, also habe ich keinen allzu übermäßigen Stromverbrauch. Gleichzeitig kann ich nochmals Strom sparen, indem ich maximal 90 km/h im ECO PRO+Modus  fahre und weder Heizung noch Klimaanlage nutze.

Wegweiser zur Ladesäule ist hilfreich

Eine Stunde später erreiche ich das Gelände eines großen Designer-Outlets, auf dem der Standort der Ladesäule noch nicht eindeutig erkennbar ist. Ich fahre ein wenig unbeholfen an der Front der Ingolstadt Village entlang und überlege, wonach ich überhaupt Ausschau halten muss. Wenige Augenblicke später sehe ich einen großen weißen Schrank inklusive weiterer Typ2-Ladesäule und Infotafel. Das ist also das Ingolstädter Ladeparadies:

Rückwärts parke ich neben der Ladesäule und beginne, den Ladevorgang zu starten. Das große Farbdisplay an der Front der Säule weist mich an, meine RFID-Ladekarte vor den Leser zu halten, um das System freizuschalten. Dafür nutze ich die ChargeNow-Karte, die auch sofort erkannt wird und die Säule mich anweist, die Verbindung zum Auto herzustellen.

Nach 21 min ist die Batterie zu 82% geladen

Und schon kann ich den Ladevorgang am Bildschirm der Säule starten. Dass die Ladestation ihre Arbeit aufnimmt, lässt sich unschwer am lauten Klacken verschiedener Relais und dem Aufheulen mehrerer Lüfter erkennen. Kurz darauf zeigt das Infodisplay die verstrichene Ladezeit, den aktuellen Ladestand und die geladene Strommenge in kW/h an. Die Ladezeit lässt sich in Ingolstadt sehr gut vertreiben, da man direkt an einem Shopping-Center inklusive Restaurants lädt.

Nach 21 Minuten ist der Akku auf 82% geladen und ich kann die längste Etappe mit 93,6 km antreten. Um den Ladevorgang vorzeitig, also vor Erreichen der 100%, zu beenden, muss man sich erneut mit der Ladekarte identifizieren. Das ist eine echt gute Sache, um Spaßvögel daran zu hindern, den Ladevorgang abzubrechen. Übrigens ist der Ladestecker während des gesamten Ladevorgangs verriegelt und kann nicht aus dem Auto gezogen werden.

Pylonen vor Ladeplätzen verhindern Falschparker

Und los geht´s auf die A9, den Tempomat auf 100 km/h gestellt und weiterhin im ECO PRO+Modus unterwegs, zur zweiten Ladestation. Auf der rechten Spur ist die Fahrt ziemlich entspannt und man ist kein Verkehrshindernis. Nach etwa 50 Minuten taucht die Ausfahrt Lauf a.d. Pegnitz am Horizont auf, an der ich noch 1,5km vor mir habe. In einem Gewerbegebiet lasse ich nun den Blick schweifen und finde die Ladeeinrichtung an einer BMW-Niederlassung, gesichert vor Falschparkern durch ein Verkehrshütchen. Nach dem Entfernen der Pylone kann ich parken und den Ladevorgang mit der ChargeNow-Karte starten.

Abgelegene Ladestationen lassen Ladeweile aufkommen

Es ist 13:00 h und ich könnte etwas zu zum Mittagessen vertragen. Im Vergleich zu Ingolstadt ist in Lauf die Ladesäule sehr ruhig und abgelegen. Die Ladeweile kann man sich hier schlecht vertreiben, da es auch keine nahegelegene Gastronomie oder Ähnliches gibt. Wenigstens ist für die nächsten 34 Minuten, bis die Akku-Zellen wieder befüllt waren, LTE-Handy-Empfang vorhanden.

AC oder DC – mit oder ohne Monitor

Die nächsten 77km bis Himmelkron gehen entlang einer landschaftlich sehr schönen Strecke mit ein paar Windrädern, die sich rasant bewegten. Dies beflügelte irgendwie die Geschwindigkeit meines i3 auf 130km/h, so dass ich bereits nach knapp 40 Minuten die Ladestation erreiche. Dort trifft mich erstmal der Schlag: Ein Aufkleber informiert über die Nichtverfügbarkeit der AC-Ladung. Ebenso scheint es keinen Monitor mehr zu geben.
Nach kurzem Überlegen wird mir klar, dass ich ja sowieso keinen Gleichstrom (AC) brauche, sondern DC-Ladung, die ja verfügbar sein sollte. Nur wo ist der Bildschirm abgeblieben?

Zum Glück stelle ich fest, dass die Ladesäule einfach nur um 90° gedreht ist und der Bildschirm sich an einer anderen Seite des Schranks befindet, wo ich den Gleichstrom-Ladevorgang auch problemlos starten konnte.

Auch schlecht, dass in Himmelkron der Ladeplatz nicht als solcher gekennzeichnet ist  und so Gefahr läuft, von konventionellen Fahrzeugen zugeparkt zu werden. Zumindest ein Schild wäre hier hilfreich, da sich der Parkplatz auch direkt zwischen einem McDonald´s und einem Subway-Restaurant befindet und von dessen Kunden genutzt wird. Die Lage, sehr nahe an der Autobahnausfahrt an einem Autohof mit vielen Restaurants sowie Supermärkten und andere Geschäften im direkten Umfeld, ist aber klasse. Die Ladeweile bleibt hier also aus – außerdem hatte ich jetzt um 14:30 h auch etwas zu essen bekommen!

Bisher lief die Fahrt also schon mal problemlos … Samstag erfahrt ihr mehr!

Die Fortsetzung lest ihr HIER

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