„Born Electric“ so lautet der Slogan den BMW I auf der Übersichtsseite der i Modelle präsentiert. Das BMW i Mobilitätskonzept ist eines der Vorreiter-Konzepte der deutschen Automobilindustrie. Die Bayern wollen ihren Kunden den „elektrifizierten mobilen Alltag“ ermöglichen und „während und nach der Fahrt mit innovativen Fahrzeugen“ begeistern. Doch steht momentan auch ein großer Skandal vor dem Haus – BMW soll laut der deutschen Umwelthilfe Diesel-Tricksereien durchgeführt haben. Wie lautet der momentane Ermittlungsstand und was kostet die Zukunft bei BMW? Mit welchen Einstiegspreisen dürfen Kunden für elektrische Modelle heute rechnen und was könnten sie für kommende Modelle zahlen? Und wie hoch sind die Kosten für den Konzern selbst?

Sieben Mal höher als im Labor

In der Pressemitteilung der DUH heißt es: „Dieselgate erreicht BMW: Abgasmessungen bei einem BMW 320d zeigen klare Indizien für Abschalteinrichtungen“. Die DUH hat mit dem ZDF Magazin WISO und einem Software Experten Untersuchungen an einem 320d vorgenommen und eine 7,2-fach höhere Stickoxid Belastung gegenüber dem Rollstand festgestellt. Laut dem Verein dürfen Motorschutzgründe in diesem Fall nicht geltend gemacht werden, „da die Abgasreinigung in allen normalen Betriebssituationen vollumfänglich funktionieren muss.“

Laut dem Bericht, war die Software des 320d so eingerichtet, dass diese ab 2000 Umdrehungen pro Minute die Abgasrückführung bereits reduziert und ab 3500 Umdrehungen einstellt. (Quelle Deutsche Umwelthilfe)

BMW hat auf der IAA, in Person des BMW-Vorstandschef Harald Krüger, versichert: „Wir haben an den Fahrzeugen nicht manipuliert. Wir haben Diesel, die sind sauber. Und die sind die besten dieser Welt. Es gibt kein Defeat Device bei der BMW Group.“ Gegenüber der FAZ teilte der Autokonzern mit, dass „Grundsätzlich gilt, dass BMW-Fahrzeuge den jeweils gültigen gesetzlichen Vorschriften entsprechen und nicht manipuliert sind.“

Elektromobilität soll kommen

BMW will 2018 den Absatz von Hybrid- und Elektroautos kräftig anheben. Entwicklungschef Fröhlich kündigte an, dass man plant im „im mittleren zweistelligen Prozentbereich“ beim Verkauf zu liegen.

In 10 Monaten hatten die Münchener knapp 78.100 E-Autos und Plug-in-Hybrid-Wagen verkauft. „An der E-Mobilität lassen wir uns messen“ betonte Harald Krüger. Falls sich die Vermutungen durch die eingeleiteten Untersuchungen des Kraftfahrt Bundesamtes bestätigen lassen, dürfte BMW in ähnliche Probleme wie VW steuern. Eine Analyse der heutigen und zukünftigen Situation der Elektromobilität von BMW kann zeigen, wie BMW sich langfristig umweltfreundlicher aufstellen kann.

Heutiger Modell-Stand & Preise

„Wir sind bei der Elektrifizierung bereits in die Breite gegangen – haben acht Modelle im Markt, und sind mit 21 Prozent Marktanteil in Europa weiter als alle anderen. Und wir haben noch viel mehr vor“ so Robert Irlinger, Leiter von BMW i, selbstbewusst gegenüber Autogazette.

Die Bayerischen Motoren Werke sind also laut eigener Aussage gut aufgestellt und das mit lediglich einem reinem Stromer. Die sieben weiteren Modelle sind alle Plug-In Hybride. Der BMW i3 fängt momentan ab 34.950 € an und ist damit vergleichbar mit dem Einstiegspreis eines BMW 3er Gran Turismo. Der BMW i8 ist schon ein wenig teurer, mindestens 134.000€ müssen Kunden für den sportlichen Wagen mit Hybrid Antrieb bezahlen. Und dafür, dass man zukünftig das Dach weglassen kann (i8 Roadster), bezahlt man weitere 21.500 € mehr, Gesamtpreis 155.500 €. Vergleichbar teuer sind allein die Fahrzeuge der M6 Baureihe, (ab 134.500€ für das M6 Gran Coupe. (BMW))

Unter den Plug-In-Hybriden ist der BMW 225xe Active Tourer äußerst erfolgreich, fast jeder 6. Active Tourer ist eine Elektrovariante. Ab 39.150 € ist dieses Modell erhältlich.

Zukünftiger Modell-Stand & Preise

Die langfristige Modell-Strategie soll zwölf reine Elektroautos und 13 Plug-in-Hybride bis 2025 hervorbringen. „Im kommenden Jahr bringen wir den i8 Roadster, in 2019 den vollelektrischen Mini. In 2020 kommt der vollelektrische X3.“ „Der nächste große Innovationssprung“ wird der iNext, der 2021 erscheinen soll und dann kommt in den kommenden Jahren auch noch der i Vision Dynamics, der sich als elektrische Mittelklasse-Limousine positionieren wird. (Robert Irlinger, Leiter von BMW i, Autogazette) Nach seinem Debüt 2010 feiert auch der MINI E 2019 sein Comeback.

Elektro-Baukasten

Die Bayern planen die zukünftigen Fahrzeuge mit einem vergleichbaren Preis wie Benziner des gleichen Segments. Ab 2020 soll die fünfte Generation der BMW i Flotte mit Hilfe eines Elektro-Baukastens zu einen „hochattraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis“ gebracht werden.

Der BMW iNext könnte ein Beleg für diese Aussage sein. Gegenüber Automotive News, sagte Vorstandsmitglied Peter Schwarzenbauer, dass der iNext für unter 100.000 Dollar (ca. 84.000 Euro) auf den Markt kommen könnte. Ein vergleichbarer Preis wäre die 7er Limousine mit einem Einstiegspreis von 87.200€. Die Limousine soll den Markt mit einem neuen Elektroauto-Antrieb mit langstreckentauglicher Reichweite bereichern.

Bisherige Investitionen

BMW wird in Zukunft zahlreiche neue Modelle mit Elektroantrieb auf den Markt bringen. Dies soll über alle Baureihen hinweg angeboten werden. Dabei vertraut man nur sich selbst. Akkus und Elektromotoren wolle man selbst bauen und keine Kooperationen mit der Konkurrenz schließen.

Der Konzern hat eine Inhouse Strategie verfolgt und dies macht sich anscheinend bezahlt. Durch die Entwicklung der wesentlichen Komponenten im eigenen Konzern konnten Kompetenzen in den Bereichen Elektromotor, Antriebsmanagement und Batterien erworben werden.

Momentan plant man Investitionen von 200 Millionen Euro für sein Werk in Leipzig. Vor kurzem hat man bereits eine Speicherfarm in Leipzig eröffnet. Dort will man mit der Farm die Umweltbilanz des BMW i3 optimieren, indem ausgediente Batterien einen zweiten Lebenszyklus erhalten. (Quelle BMW)

Laut dem Manager Magazin hat BMW bereits rund drei Milliarden in die Entwicklung von Elektroautos investiert. Allein im Jahr 2013 sollen die Bayern 800 Millionen Euro in die Marke i investiert haben. Der genaue Stand der Investitionen, seit Beginn der Produktion des i3 ist nicht bekannt.

Zukünftige Investitionen

Die Bayern haben angekündigt, in den nächsten vier Jahren 200 Millionen Euro in ein „Kompetenzzentrum Batteriezelle“ zu investieren und mit 200 Mitarbeitern 2019 die Arbeit in München aufzunehmen. Ziel ist es, Batteriezelltechnologie zu erforschen und weiterzuentwickeln und die Produktionsprozesse „technologisch zu durchdringen“. Im Fokus des Zentrums stehen Verbesserungen bei „Performance, Lebensdauer, Sicherheit, dem Laden und nicht zuletzt den Kosten der Batterien“. so BMW.

Forschung und Entwicklung

„Das ist eine Menge Geld – in absoluten Zahlen rund sieben Milliarden Euro.“ Auch in der Abteilung F&E plant man mit höheren Ausgaben. Der bayerische Autokonzern will „bei den Entwicklungskosten auf 6,5 bis 7,0 Prozent vom Umsatz gehen“, so Finanzchef Nicolas Peter gegenüber dem Handelsblatt. Eigentlich hatte man geplant, ca. 1 Prozent weniger auszugeben. Als Grund für die steigenden Kosten nannte man unter anderem die E-Mobilitäts-Offensive.

Investitionen in die eMobilitäts Sparte

Die Elektro-Investitionen konzentrieren sich auf die neuen Modelle der Bayern. „Im kommenden Jahr bringen wir den i8 Roadster, in 2019 den vollelektrischen Mini. In 2020 kommt der vollelektrische X3.“ „Der nächste große Innovationssprung“ wird der iNext, der 2021 erscheinen soll und dann kommt in den kommenden Jahren auch noch der i Vision Dynamics, der sich als elektrische Mittelklasse-Limousine positionieren wird. (Robert Irlinger, Leiter von BMW i, Autogazette)

Natürlich tätigt BMW auch Investitionen in effizientere und kostengünstigere Antriebseinheiten, die ab 2020 mit neuen Batterien bis zum 700 Kilometer Reichweite bringen sollen. Die fünfte Generation der Elektro-Antriebstechnik soll das Zusammenspiel aus Elektromotor, Getriebe, Leistungselektronik und Batterie optimieren. Es wird erstmals eine eigene Antriebskomponente, bestehend aus eMotor, Getriebe und Leistungselektronik, entstehen.

„Diese hochintegrierte E-Antriebskomponente benötigt mit ihrer kompakten Bauweise deutlich weniger Platz als die drei einzelnen Komponenten der Vorgängergenerationen. Zudem ist sie dank ihres modularen Aufbaus skalierbar und kann an unterschiedliche Bauräume und Leistungsstufen angepasst werden.“ (BMW Pressemitteilung)

Weiterhin werden die neuen Elektromotoren ohne seltene Erden auskommen und dadurch eine unabhängigere Verfügbarkeit garantieren.

„Die flexibel einsetzbare, neue E-Antriebskomponente und die weiterentwickelte, modulare Batterie stellen die uneingeschränkte Handlungsfähigkeit der BMW Group auch in Zukunft sicher. Dank dieser skalierbaren E-Baukästen werden alle Modellreihen ab 2020 – bei entsprechender Nachfrage – mit jeder Antriebsart ausgestattet werden können. Die fünfte Generation der E-Antriebe erreicht hohe Fahrleistungen und große Reichweiten bei deutlich reduziertem Gewicht“, verspricht BMW-Chef Harald Krüger.

Fazit zur BMW i – Was kostet die Zukunft bei den bayerischen Motoren Werken und wie geht man mit einem potenziellen Abgas Skandal um?

Bestätigen sich die Vermutungen der Umwelthilfe durch das Kraftfahrt Bundesamt, dürfte BMW in ähnliche Probleme wie VW steuern. Im konkreten könnte es bedeuten, dass Nachbesserungen an den Motoren der Fahrzeuge einige Millionen kosten und internationale Strafzahlungen fällig werden.

Die Investition in die elektrische Zukunft haben BMW bereits einige Milliarden Euro gekostet. Jedoch konnten man auch die Investitionskosten durch den frühen Einsatz geringer halten, als Sie zum Beispiel bei VW anstehen. BMW hat durch seine Inhouse Strategie einiges an Know How angehäuft und wird dieses Wissen in die neuen Modelle einfließen lassen, dadurch Kosten sparen und schnellere Innovationen auf dem Markt vorantreiben.

Ob man nun auch noch Geld auf die Seite legen muss, um eventuelle Strafzahlungen abzufedern, bleibt abzuwarten. Auch spannend bleibt die Frage, ob man weiterhin 6,5 bis 7,0 Prozent des Umsatzes für die Forschung und Entwicklung beiseitelegen wird. Ein Diesel Skandal könnte einige Ressourcen verbrauchen.

Die Einstiegspreise der heutigen Modelle sind immer noch BMW typisch hoch. Jedoch sind Sie in der Preisstruktur von BMW angemessen und auch die neuen Modelle werden sich in das Preisgefüge einfügen und BMW Kunden die Möglichkeit geben, ihre elektrische Seite zu entdecken und dem Diesel den Rücken zu kehren.

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