BMW, einer der größten Hersteller von Automobilen weltweit, bietet mit DriveNow auch eine der größten Plattformen für Car Sharing. Über 3.000 aktuelle Modelle von BMW und MINI stehen den Kunden in fünf deutschen Städten jederzeit zur Verfügung. Ein Modell für die Zukunft? Definitiv. Doch wie sehen die Hintergründe aus? Wie hat sich der Markt entwickelt und was bedeutet die Fusion der Sharing Töchter von BMW und Daimler in diesem Bereich für die Kunden?

Kundenstamm

Der Markt für Angebot wie DriveNow hat sich positiv entwickelt. Der Carsharing-Anbieter hat in Helsinki und Lissabon zwei weitere Standorte eröffnet. Mittlerweile hat man die strategisch wichtige Marke von einer Million Kunden (Oktober 2017) geknackt und plant den weiteren Ausbau. Deutschland liegt dabei immer noch im Fokus mit rund 720.000 Kunden. Das Jahreswachstum in Europa lag bei 25%. (Pressemitteilung)

Die Kundenstruktur verändert sich mit dem Angebot fließend. Am Anfang wurden Sharing Angebote meist von der jungen und technologie-affinen Zielgruppe verwendet. Mittlerweile ist die Zielgruppe weiter ausdifferenziert und auch ältere Menschen, Familien und Geschäftsreisende setzen auf die Angebote. (Pressemitteilung)

Man merkt dass der Markt wächst und den Herstellern neue Möglichkeiten eröffnet. Ich selbst habe viele Freunde, die in der Innenstadt von Köln wohnen und DriveNow als Alternative zum Auto ansehen. Car Sharing erleichtert vielen bereits den Alltag.

DriveNow als Treiber der eMobilität

Car Sharing kann ein entscheidender Treiber der Elektromobilität werden und dieses Beispiel wurde jetzt erst in Hamburg verdeutlicht. DriveNow hat seine Flotte hier auf 200 BMW i3 erhöht und will diese bis 2020 auf 550 Stück ausbauen. Als Gegenleistung hat die Stadt Hamburg versprochen bis 2019 insgesamt über 1.000 öffentliche Ladepunkte zu implementieren und auch die Parkplatzsituation für eAutos anzugehen.

„Das Beispiel Hamburg macht deutlich, dass das Henne-Ei-Problem zu lösen ist. Die zuständigen staatlichen Stellen bauen die Ladeinfrastruktur nur schleppend aus, weil es zu wenige Elektroautos gibt. Auf der anderen Seite steigt die Anzahl der Stromer nur langsam, weil es mitunter an entsprechender Infrastruktur mangelt. Die Kooperation zeigt, dass einiges bewegt werden kann, wenn Unternehmen und Kommunen an einem Strang ziehen und ehrgeizige Ziele formulieren“, erläutert Geschäftsführerkollege Sebastian Hofelich. (Pressemitteilung)

Übergreifende Angebote

Die Shared Service Angebote sind meist über Apps verfügbar. Ein weiteres, vielversprechendes Startup aus 2017 ist Urbi. Die App vereint unterschiedlichen Anbieter in einer App. So können Kunden von car2Go, DriveNow oder Multicity, alle verfügbaren Fahrzeuge und Abholorte in einer App einsehen. Die Fusion von DriveNow und Car2Go wird den Nutzern voraussichtlich in Zukunft die Möglichkeit geben, eine App für beide Hersteller zu nutzen.

Für die beiden Unternehmen ergeben sich tolle Synergieeffekte: IT Entwicklung, App-Betrieb, Backend, Bezahlsysteme und Sicherheitsfeatures: das alles lässt sich heutzutage bequem aus einer Hand lösen. Die Kosten werden halbiert.

Fusion

Wir berichteten Ende Dezember 2016 als einer der Ersten über die Verhandlungen. Nun ist es soweit: Die FAZ brachte bereits exklusive Hintergrundinformationen über den anstehenden Deal der beiden großen europäischen Car-Sharing Anbieter. „Schon im Februar wollen die beiden Autohersteller die Fusion der Carsharing-Gesellschaften bekanntgeben“.

Um den Weg einer wesentlichen Hürde bei den Verhandlungen aus dem Weg zu räumen, hat BMW vom bisherigen Partner Sixt alle Anteile am gemeinsamen Car Sharing-Anbieter DriveNow gekauft. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte noch vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden.

„Mit DriveNow haben wir in den vergangenen sieben Jahren eine außergewöhnliche Erfolgsgeschichte geschrieben. Das haben wir der Leistung der DriveNow-Mitarbeiter und der hervorragenden Zusammenarbeit mit unserem Joint Venture-Partner Sixt zu verdanken. Sixt wird für uns auch künftig ein starker Partner bleiben“, sagte Peter Schwarzenbauer, Mitglied des Vorstands der BMW AG.

Konkurrenz Situation

Der wahre Wettbewerber ist der amerikanische Anbieter UBER. Der neue CEO, Dara Khosrowshahi, arbeitet hart am angeschlagenen Image. Sein Auftritt auf der Münchener DLD von Hubert Burda Media zeigte die neue Angriffslust.

Es heißt also für unsere deutschen Hersteller, Kunden zusammenfassen und sich den kostspieligen Neueinstieg in den Metropolen aufzuteilen.

Mobilitätsdienstleistungen by BMW

BMW strukturiert seine Mobilitätsdienstleistungen als Eckpfeiler der Unternehmensstrategie NUMBER ONE > NEXT. Dort baut die BMW Group ihre Angebote in den Bereichen On-Demand Mobilität (DriveNow und ReachNow), Parken (ParkNow) und Laden (ChargeNow) nachhaltig weiter aus.

„Dazu fokussiert sich das Unternehmen in den nächsten Jahren auf den Ausbau seiner technologischen Kompetenzen, auf die digitale Vernetzung von Menschen, Fahrzeugen und Services sowie auf die Stärkung der nachhaltigen Mobilität.“ (Presse BMW)

Damit liegt der technologische Schwerpunkt auf der konsequenten Weiterentwicklung von Elektromobilität und automatisiertem Fahren. Durch Angebote wie DriveNow, ParkNow oder ChargeNow hat man sich frühzeitig auf die steigende Bedeutung digitaler Services ausgerichtet.

Fazit

Ein Modell für die Zukunft? Definitiv. Doch wie sehen die Hintergründe aus? Die Bayern haben den Konkurrenten UBER im Fokus und mit neuen Technologien, wie dem Launch einer Alexa Skill für Amazon Echo und Amazon Ech Dot, versucht man seine Position im Markt zu verbessern. Die Fusion mit Car2Go wird dabei eine wesentliche Rolle im Kampf gegen UBER und andere amerikanische Konkurrenten bilden.

Der Markt entwickelt sich für alle Beteiligten gut und wird unseren Prognosen nach, eine wichtige Rolle in der Mobilität der Zukunft in unseren Metropolen spielen. Kunden werden durch übergreifende Shared Service Angebote die Auswahl leichter treffen können und die Nutzung wird sich dauerhaft vereinfachen. Es gilt also: let´s share!

Kommentar verfassen