Unter meinen LinkedIn Beiträgen wurde oft über die ökologischen Stolperfallen bei der Produktion von  Lithium-Ionen-Akkus diskutiert. Es gibt verschiedene Konzepte für die Verwendung von ausgedienten Akkus von Elektrofahrzeugen. BMW hat solch ein Konzept bereits umgesetzt, pünktlich zum 100.000sten BMW i3.

100.000ste Elektro-BMW

BMW stellt den i3 in seinem Werk in Leipzig her und hat letzte Woche  100.000sten Elektrowagen vom Band rollen lassen. Angafangen hat die Serienproduktion im September 2013. Mittlerweile ist man Verkaufsmeister mit dem Kompakt Stromer und stellt 120 Einheiten am Tag her. Im Jahr 2016 lag die Produktion bei knapp 27.000 Stück. In Leipzig selbst wird der i3 montiert und man fertigt Carbonteile, sowie lackierte Kunststoffteile für die Außenhaut.

Die Lebenszeit von Lithium-Ionen-Akkus

Wie lange, bzw. wie viele Kilometer, der Akku verwendet werden kann hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehört das Fahr- und Ladeverhalten, ebenso wie die Temperatur oder die Qualität des Akkus. Die Leistung ist mit der Zeit rückläufig und die nutzbare Kapazität nimmt ab. Ab etwa 80% der Kapazität ist die Nutzung in Elektrofahrzeugen nicht mehr sinnvoll, da die nutzbare Kapazität dann sehr rasch abfällt.

BMW und Vattenfall

Gemeinsam wollen beide Konzerne Lösungen finden um alte Akkus von Elektroautos zu verwenden. An der Nordsee soll überschüssiger Strom aus Windparks gespeichert und bei nicht ausreichendem Wind genutzt werden. Somit erhalten die angebundenen Windparks eine größere Auslastung und die Akkus ein zweites Leben. Somit wäre der Betrieb von Wind- oder Solarparks effizienter. Jedoch dürfte sich der zusätzliche Effekt zunächst im geringen prozentualen Bereich bewegen, zumindest wenn die Firmen tatsächlich auf ausgemusterte Akkus warten. Im Frühjahr 2017 orderte Vattenfall allerdings von BMW 1000 neue Batterien für den i3, um damit weitere Windparks auszustatten.

 BMW Speicherfarm Leipzig

Mit bis zu 700 Batteriespeichern des i3 können in der Speicherfarm Leipzig Batterie vernetzt werden. Man will mit der Farm die Umweltbilanz des BMW i3 optimieren, indem ausgediente Batterien einen zweiten Lebenszyklus erhalten.

Die Kapazität der 700 Hochvoltspeicher entspricht einer elektrischen Reichweite von 100.000 km im BMW i3. Aufgrund des skalierbaren Ansatzes ist die Farm in Bezug auf die Anzahl der Speicher erweiterbar. Darüber hinaus ist sie bereits heute kompatibel mit kommenden Speicher-generationen und damit zukunftssicher“, erklärt Joachim Kolling, Leiter Energy Services bei der BMW Group.

BMW will eine „innovativen, nachhaltigen und profitablen Zweitnutzung von Autobatterien am Ende eines Fahrzeuglebens“  aufzeigen und das gelingt mit dieser Weiterverwendung der Akkus. Aktuell sind 500 neue und gebrauchte Hochvoltspeicher in der Speicherfarm integriert.

Neue Akkus?

Auch neue Akkus wurden in der Speicherfarm integriert, da die meisten Akkumaltoren noch in den Fahrzeugen zum Einsatz kommen.

Windräder

BMW verwendet im Werk in Leipzig die Windkraft als Stromlieferanten. Der erzeugte Strom bleibt komplett im Werk und wird über eine Energiezentrale auf dem Werksgelände verteilt. Die Windräder decken ein Fünftel des gesamten Strombedarfes im Werk Leipzig ab und werden mit zur Absicherung der Grundlast genutzt.

„Wir wollen nicht nur emissionsfreie Autos auf die Straße bringen, sondern auch den Produktionsprozess nachhaltig gestalten. Nur so macht Elektromobilität wirklich Sinn. Mit den Windrädern setzen wir hier ein deutliches Signal.“ So BMW.

 

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