Wer kennt sie nicht: die gelben Schulbusse aus den USA. Ganz gleich ob im Straßenbild, oder auf der Filmleinwand: die Blue Bird Busse aus den USA sind Kult. Der Hersteller sitzt in Georgia und hat seit 1927 mehr als 550.000 Busse gebaut, davon 180.000 der klassischen gelben Busse, die heute noch im Einsatz sind.

4,4 Millionen US Dollar gehen an Blue Bird

Jetzt gibt das an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq notierte Unternehmen bekannt, dass es einen Zuschuss in Höhe von 4,4 Millionen US Dollar erhalten wird. Es geht darum einen Bus zu entwickeln, der nach dem sogenannten Vehicle to grid (V2G) Prinzip funktioniert. Das heißt auf Deutsch übersetzt ungefähr ‚Fahrzeug ans Netz‘ und bedeutet eine Fahrzeugeinspeisung zur Speicherung und Abgabe von elektrischem Strom. Der Unterschied zu reinen Elektrofahrzeugen besteht darin, dass diese V2G Antriebe nicht nur elektrische Energie aus dem Netz entnehmen. Über eigens entwickelte Ladestationen kann Energie zurück ins Netz eingespeist werden.

Innovationen in der Mobilität fördern

Die 4,4 Millionen stammen aus einem Projektvolumen von ca. 15 Millionen US Dollar, welches durch das Department of Energy im Dezember 2016 ausgeschrieben wurde. Die Behörde möchte mit diesen Geldern die Innovationen im Fahren mit alternativen Antriebsmitteln forcieren. Die Blue Bird Corporation erhielt im Rahmen der Projektzusage den größten Anteil.

Blue Bird hat bereits im Jahre 1994 elektrisch angetriebene Busse gebaut. Jetzt habe man die Zeichen der Zeit erkannt und denkt, dass man mit der Entwicklung der neuartigen Busse starten könne. Ein Live-Betrieb ist dann für 2019 geplant. Der Zuschuss kommt in diesem Jahr gerade richtig, denn der Bushersteller feiert 2017 sein 90 jähriges Jubiläum.

Eine der Voraussetzungen für die finanzielle Unterstützung durch das Department of Education ist, dass man eine tragfähige, kostengünstige Lösung entwickeln soll. Das könnte dann erreicht sein, wenn es mit Hilfe der V2G Technologie gelingt, Elektrizität zurück in die Netze zu speisen. Somit sollen die Schulen finanziell entlastet werden, das kommt dann wiederum dem Bildungsministerium zugute.

Weniger Abgase, mehr Geld und weitere Zuschüsse aus Kalifornien

Für die Eltern der Schulkinder in den USA ist der wesentliche Grund zur Freude die Verminderung von schädlichen Abgasen. Ich erinnere mich selbst gut an meine Fahrten mit dem stinkenden Schulbus in meinen Austauschmonaten in den USA. Gerade im Sommer war bei offenen Fenstern der Dieselgestank im Bus unausstehlich. Doch nicht nur Elektrobusse, sondern eben auch die Rückführung von Energie helfen die Abgase zu vergessen.

Ein weiteres Incentive bilden die zusätzlichen Arbeitsplätze, die man sich aus der Aktion erhofft. Sobald die elektrischen Busse in Produktion gehen, könnten allein bei den Zulieferern mehr als 250 neue Jobs entstehen.

Insgesamt stehen dem Projekt durch weitere Finanzhilfen vom Bundesstaat Kalifornien mehr als 9 Millionen US Dollar zur Verfügung. Im Jahr 2019 sollen dann auch die ersten acht Testmodelle der Busse in Kalifornien auf die Straße gehen. Wir sind gespannt.

2 KOMMENTARE

  1. Mit V2G ist man den Entwicklungen in Deutschland einen großen Schritt voraus, wo man zaghaft die Frage stellt, ob der Ladevorgang in Abhängigkeit von der verfügbaren Energie gesteuert werden darf. V2G hilft bei der Regionalisierung der Stromversorgung. Sicherlich werden Überlandleitungen nicht völlig überflüssig, aber in der Regel kann man sich auch durch die in eigenen Batterien gespeicherte Energie selbst versorgen. Die Fahrzeuge leisten dabei auch einen kleinen Anteil.

    • Guter Punkt Prius_57, es ist sicherlich spannend, die unterschiedlichen Herangehensweisen von V2G in den Ländern anzusehen. Rein pragmatisch ist das Thema in den USA bei den Schulbussen super interessant, denn der hohe Anteil an Schulbusfahrten am Straßenverkehr könnte bei dem Energieverbrauch (und der Rückgewinnung) einen richtig großen Effekt erzielen. Ich bin gespannt, wie sich das Thema in den USA entwickelt.

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