Bike Sharing nimmt Fahrt auf in China

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Image: Mobike

Fahrradfahren in China – das ist ein Riesenmarkt. Dort sind für das Ausleihen oder Bike Sharing mehr als 170 Unternehmen offiziell gelistet. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass drei von vier Vermietungen von Fahrrädern in der Welt in China stattfinden. Wichtig für die Nutzer ist in China die Integration in die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs. In Hangzhou beispielsweise sind 78.000 Mietfahrräder gekoppelt an die dortigen Bus- und Bahnunternehmen.

Jetzt bahnt sich in China ein Wettbewerb in der Sharing Industrie an, der als schärfer eingeschätzt wird, als der zwischen UBER und der chinesischen Didi es jemals war. Didi hatte im letzten Jahr die Services von UBER in China übernommen. Zuvor hatten die Amerikaner bekannt gegeben, dass sie 1 Milliarde Dollar im Jahr für das Wachstum allein in China ‚verbrannten’. Damit war nach der Übernahme dann Schluss.

Mobike erhält Kapitalspritze von 215 Millionen Dollar

Vor wenigen Tagen hat das chinesische Startup Mobike 215 Millionen Dollar bekommen. Diese Kapitalspritze folgt einer 130 Millionen Dollar Runde des großen Wettbewerbers ofo. Der heißt im übrigen so, weil die Buchstaben seines Namens so aussehen, wie ein Fahrradfahrer selbst.

In der Financial Times wird der Marketing Professor der China Europe International Business School Chen Lin zitiert. „Es gibt in China inzwischen zehn Bike-Sharing Unternehmen, die internationales Funding bekommen haben.“ Nun also legt der Marktführer vor und macht das Jahr 2017 zu einem echten Thriller für die Bike Sharing Dienste.

Tencent investiert in den Bike Sharing Marktführer in China

Interessant an der Runde für Mobike ist, dass der chinesische Internet Gigant Tencent erneut teilgenommen hat. Tencent hatte erst vor wenigen Wochen mit einem Invest in die LKW Mobility Plattform Huochebang von sich Reden gemacht.

Neben Tencent sind strategische Partner an Bord. So etwa der Reisekonzern Ctrip und Huazhu Hotels Group, der mehr als 3.000 Hotels in China unterhält. Dort werden die Reisenden wohl bald die Räder von Mobike direkt mieten können. Zusätzlich ist die internationale Expansion geplant. Im Oktober hatte Mobike bereits in Singapore seinen ersten Standort ausserhalb von China eröffnet.

Mobike wurde 2015 gegründet und startete mit dem Bike Sharing im April 2016. Heute operiert das Unternehmen in 9 chinesischen Städten und konzentriert sich auf Touristen. Allein in Shanghai sollen 100.000 Fahrräder von Mobike unterwegs sein. Bike Sharing sei der kostengünstigste, umweltfreundlichste und einfachste Weg, um sich in Städten als Tourist zu bewegen. Durch die Nutzung der App lassen sich Fahrräder immer dann nutzen, wenn sie tatsächlich gebraucht werden.

Die chinesische Regierung selbst unterhält Bike Sharing Dienste, bei denen die Fahrräder an bestimmten Stellen in der Stadt fest platziert sind. Mobike hingegen bietet den Service, sein Fahrrad irgendwo nach Belieben aufzunehmen oder abzustellen. Das ähnelt dem Angebot der Deutschen Bahn in Deutschland Call a Bike. Mobike nutzt GPS Daten, um die Fahrräder zu tracken, dank eines QR Codes werden die Fahrräder jeweils frei geschaltet.

Die Nummer 2 im Bike Sharing Markt operiert in 20 Städten

Die Nummer 2 des Landes ofo hatte vom Ride-Sharing Giganten Didi Chuxing und anderen Investoren Geld bekommen. Ofo gibt an, mehr als 70.000 Fahrräder in 20 chinesischen Städten zu unterhalten. Mit 1,5 Millionen aktiven Nutzern werden laut Auskunft von ofo 500.000 Fahrten pro Tag wahrgenommen.

Es bleibt abzuwarten, welcher der Spieler sich im riesigen Markt für Bike Sharing in China durchsetzen wird. Bei Kosten von ca. 15 Cent pro Stunde gewinnen derzeit vor allem die Reisenden.

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