Teil 1 thematisierte den Abbau der Rohstoffe Lithium und Kobalt, zwei wichtige Bestandteile von Lithium-Ionen-Akkus. Der zweite Teil dieser Reihe drehte sich um die ökologischen Stolperfallen bei der Produktion der Akkus. Zusätzliche gab es einen Ausblick auf die aktuelle Forschung des Recyclings. Dieser Teil gibt Informationen über verschiedene Konzepte für die Verwendung von ausgedienten Akkus von Elektrofahrzeugen.

Die Lebenszeit von Lithium-Ionen-Akkus

Wie lange, bzw. wie viele Kilometer, der Akku verwendet werden kann hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehört das Fahr- und Ladeverhalten, ebenso wie die Temperatur oder die Qualität des Akkus. Die Leistung ist mit der Zeit rückläufig und die nutzbare Kapazität nimmt ab. Ab etwa 80% der Kapazität ist die Nutzung in Elektrofahrzeugen nicht mehr sinnvoll, da die nutzbare Kapazität dann sehr rasch abfällt.

Renault und E-STOR

Die geleasten Akkus von Renault werden nach der Lebensdauer für Ladestationen innerhalb des Projektes E-STOR weiter verwendet. Das Connected Energy Technical Centre in Norfolk bietet Speicherlösungen für Strom an. Derzeit erfolgt die Identifikation passender Ladestationen. Es kommen insbesondere Stationen in ländlicheren Gebieten in Frage, da die Verlegung eines Stromkabels viel Geld kosten würde. Für die Ladung der Fahrzeuge wird die Energie, welche optimalerweise regenerativ erzeugt wird, in den ausgedienten Lithium-Ionen-Akkus gespeichert.

BMW und Vattenfall

Gemeinsam wollen beide Konzerne Lösungen finden um alte Akkus von Elektroautos zu verwenden. An der Nordsee soll überschüssiger Strom aus Windparks gespeichert und bei nicht ausreichendem Wind genutzt werden. Somit erhalten die angebundenen Windparks eine größere Auslastung und die Akkus ein zweites Leben. Somit wäre der Betrieb von Wind- oder Solarparks effizienter. Jedoch dürfte sich der zusätzliche Effekt zunächst im geringen prozentualen Bereich bewegen, zumindest wenn die Firmen tatsächlich auf ausgemusterte Akkus warten. Im Frühjahr 2017 orderte Vattenfall allerdings von BMW 1000 neue Batterien für den i3, um damit weitere Windparks auszustatten.

Mercedes und die stationären Speicher

Bei Mercedes achtet man schon bei der Konstruktion auf ein Design, welches eine möglichst einfache Weiterverwertung bzw. Zerlegung der eigenen Akkus erlaubt. Dabei ist auch an das Remanufacturing gedacht. Das beinhaltet den einfachen Austausch defekter Teile für eine weitere Verwendung des Akkus. Die Mercedes-Tochter ACCUmotive kümmert sich um das zweite Leben der eigenen Akkus. Es erfolgt eine Prüfung der Funktionalität und eine Suche nach einem zweiten Einsatz. Am besten eignen sich stationäre Speicher in Häusern oder für bereits angesprochene Solar- oder Windparks. Allerdings sind nicht alle Akkus brauchbar. Ein auf die maximale Leistung getrimmter Akku aus einem Hybrid-Fahrzeug ist weniger für Speicher geeignet, als ein Akku aus einem reinen Elektrofahrzeug.

Das Ajax-Stadion in Amsterdam und die Leaf-Akkus

Die Energiemanagement-Unternehmen Mobility House und Eaton tüftelten gemeinsam mit Nissan ein Konzept zur Verwendung ausgedienter Akkus des Leaf aus. In der Arena der niederländischen Nationalmannschaft sollen diese einen zweiten Nutzungszweck erfüllen. Die Notstromversorgung soll auf diese Art gewährleistet sein. 280 wiederaufbereitete Akkupakete sollen eine Kapazität von 4 MW haben. Nebenbei stellt dieses Projekt ein Testfeld für Firmen der Bereiche Sicherheit, Gebäudetechnik und Nachhaltigkeit dar.

Recycling unverzichtbar

All diese Projekte und Verwendungsmöglichkeiten sind sehr erfreulich. Dabei bleibt jedoch zu bedenken, dass das zweite Leben der Akkus den letztendlichen Zeitpunkt des Recyclings nach hinten verlagert aber nicht aufhebt. Somit ist die Forschung am Recycling von Lithium-Ionen-Akkus (s. Teil 2) unverzichtbar und muss weiterhin mit Hochdruck vorangetrieben werden.

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