In diesem ersten Teil der Beitragsreihe zu Lithium-Ionen-Akkus werden die Umstände und Problematiken des Abbaus einiger Rohstoffe für die Akkus besprochen. Zudem soll ein Ausblick auf das Recycling erfolgen, denn schließlich sind große Müllberge in der Diskussion. Der Teil 2 beschäftigt sich mit der Forschung des Recyclings und der Optimierung von Produktionsprozessen. Das Thema in Teil 3 ist die weitere Verwendung von ausgedienten Akkus aus Elektroautos.

Lithium aus Bolivien

Die wichtigsten Materialien in Li-Ion-Batterien sind Kobalt, Nickel, Mangan, Kupfer und eben das Salz Lithium. Die Verteilung und Raffination dieser Metalle ist global teilweise sehr konzentriert. Daraus ergibt sich eine Abhängigkeit von den Abbauländern und eine theoretische Gefahr für die ungehinderte Entwicklung der modernen Technologien mit Li-Ion-Batterien im Falle von politischen Konflikten mit diesen Ländern. In Afghanistan befinden sich enorme Mengen Lithium. Dies könnten die größten Vorkommen weltweit sein. Allerdings dürfte der Abbau aufgrund der Sicherheitslage des Landes in absehbarer Zeit nicht möglich sein.

Richten wir den Blick auf Bolivien. Die Salar de Uyuni ist eine 10.000 km umfassende Salzwüste mit sehr salzhaltigen Lagunen. Sie bietet ca. 60.000 Flamingos einen Lebensraum. Bislang ist dies eine, nur vom umfangreichen Tourismus beeinträchtigte, natürliche Umgebung. Die Regierung Boliviens verhinderte in den letzten Jahren die Ausbeutung der Vorkommen durch ausländische Unternehmen. Hier lebende Arbeiter bauen jährlich ca. 25.000 der schätzungsweise 10 Mio. Tonnen des Salzes ab.

Die Folgen des industriellen Bergbaus könnten gravierend sein. Die großflächige Kontamination von Böden sowie über- und unterirdischen Gewässern durch Abwasser, Giftmüll und Schadstoffe ist ein sehr wahrscheinliches Szenario. Der hohe Wasserbedarf und der Einsatz von Chemikalien lässt zudem einen Wassermangel befürchten. Wasser und Böden könnten für die örtliche Land- und Weidewirtschaft unbrauchbar werden. Eine Absenkung des Grundwasserspiegels und die Austrocknung von Seen werden diskutiert. Davon wären auch Städte betroffen, die nicht unmittelbar in der Region liegen. Durch die Industrie entstünden neue Städte, welche das ohnehin prekäre Müll- und Abwasserproblem weiter verschärfen würden.

Abbaugenehmigung für eine deutsche Firma

Die Firma K-Utec aus Thüringen ist an der Planung der Industrie zum Abbau des Lithiumkarbonates beteiligt. Insgesamt stehen 800 Mio Dollar bereit um mit dem Abbau zu beginnen. Das lässt erahnen, welchen Wert die Vorkommen für das finanziell arme Land bedeuten. Es bleibt zu hoffen, dass in den Plänen und in der Kooperation auch die fachgerechte Entsorgung der chemischen Rückstände berücksichtigt ist.

Kobalt aus dem Kongo

Die Kobaltproduktion für Li-Ion-Batterien wird bis zum Jahr 2025 voraussichtlich verdoppelt. Das Rohmaterial wird in der Republik Kongo in ungesicherten und engen Schächten abgebaut. Rettung für Verschüttete gibt es quasi nicht. Etwa 40.000 Kinder arbeiten im Süden des Landes in der Kobaltproduktion. Unterirdische Gänge spannen Netze mit den Ausmaßen von mehreren Quadratkilometern. Die Menschen graben immer wieder auf gut Glück. Bei der Orientierung hilft eine bestimmte Blume, die Kobaltvorkommen anzeigen soll. Das Kobalt wird in den Flüssen vor Ort gewaschen. Dadurch gelangen metallische Rückstände in die Flüsse, in denen auch Fischfang betrieben wird. Hohe Konzentrationen können zu Atemproblemen und
Geburtsfehlern führen. Die Bevölkerung kennt diese Zusammenhänge nicht, was man aufgrund der fehlenden Schulbildung allerdings auch nicht verübeln kann.

Verpflichtung der Industrienationen

Der zunehmende Einsatz von Li-Ion-Batterien, auch im Straßenverkehr, verursacht große Probleme in den Abbaugebieten und bei der weiteren Verarbeitung. Die Länder, in denen die Technologien zum Einsatz kommen, sollten sich um eine umweltfreundliche Produktion bemühen. Der Klimawandel kann eventuell gebremst werden. Doch Chemikalien in Boden, Wasser und Meer sind ein anderes, ernsthaftes Problem. Noch ist Zeit um diesen Gefahren zu begegnen. Das Aufräumen und Entgiften wird viel schwieriger und teurer.

Hoffnung Recycling

Das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien steckt derzeit noch in den Kinderschuhen. Es gibt einige gute Ansätze und Forschungsergebnisse, welche aber noch keine Marktreife erlangt haben. Der nächste Teil der Beitragsreihe thematisiert das Recycling.

 

 

Bildquellen: touribus.com und siol.net

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