Kalifornien. Das ist nicht nur Sunshine State und Heimat der wohl größten Gemeinde an digitalen Natives. Kalifornien ist der Staat der USA, der mit der größten Anzahl an gefahrenen Meilen (oder eben Kilometern) von autonomen Fahrzeugen aufwarten kann.

Die Abbruchquoten der autonomen Fahrzeuge in Kalifornien

Das California Department of Motor Vehicles bringt immer Anfang Februar seinen Bericht zum abgelaufenen Jahr heraus. Hier findet man Statistiken wie etwa der (übersetzt) „jährlichen Abbruchquoten autonom fahrender Fahrzeuge“. Der sogenannte Autonomous Vehicle Disengagement Report listet die Hersteller, die aktiv ihre selbstfahrenden Fahrzeuge in Kalifornien testen.

Im ‚Disengagement‘ Bericht steht also die Anzahl der in einem Jahr gemessenen Abbrüche in autonomen Fahrzeugen. Es wird gemessen, wie häufig Menschen in den autonomen Prozess im Fahrzeug eingreifen mussten, um Kontrolle über die autonom fahrenden Autos zurück zu übernehmen.

Die wichtigsten Fahrzeughersteller im Blick

Und sie sind alle dabei, hier mal ein kleiner Auszug der Hersteller (in alphabetischer Reihenfolge): BMW, Bosch LLC, GM Cruise, Delphi Automotive Systems, Ford, … Mercedes, Tesla oder Volkswagen. Jeder der Hersteller berichtet über die Anzahl der Abbrüche, hier einmal exemplarisch ein Link zu dem Bericht von BMW.

Interessant ist der Qualitätssprung der Alphabet Tochter Waymo im vergangenen Jahr. Waymo ist Tochter des Alphabet Konzerns, der seit kurzem wieder den Titel wertvollstes Unternehmen der Welt führen darf. Erst im vergangenen Dezember hat Waymo komplett die autonomen Fahrgeschäfte übernommen. Seit diesem Zeitpunkt konzentriert man sich auf die Ausstattung von Fahrzeugen anderer Hersteller. Man stellte damals die Herstellung eigener Fahrzeuge ein und setzt stattdessen auf externe Fahrzeuge. Das ist der Fokus auf die wesentliche Kompetenz: die Optimierung der digitalen Herausforderungen, das Auto bauen kann jemand anderes besser als die Kalifornier.

Waymo senkt Abbruchquote auf ein Viertel

Waymos‘ Abbruchquote sank in 2016 dramatisch und das trotz einer stark zugenommenen Fahrleistung der Autos. In Zahlen heißt das ein Absinken der Rate von 0,8 Abbrüchen je 1.000 Meilen auf 0,2 Abbrüche. Bei 653.868 gefahrenen Meilen musste dementsprechend lediglich 124 Mal manuell eingegriffen werden. Dieses Ergebnis lässt sich nur damit erklären, dass bei den vielen Testkilometern die Waymo Fahrzeuge lernen, besser zu werden.

Dementsprechend feiert Dmitri Dolgov, der Leiter von Waymos autonomer Fahr-Unit die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres mit einem Blogbeitrag. Sein Antrieb ist das Senken der Anzahl von Todesfällen im Straßenverkehr. Seiner Auskunft nach sind 94% aller Verkehrsunfälle in den USA auf menschliche Fehler zurückzuführen. Das ist eine brutal hohe Quote und verdient große Anstrengungen auf dem Weg zu einer automatisierten Zukunft der Mobilität.

Interessant wird sein, inwiefern sich die jüngst verkündete Partnerschaft von Daimler mit UBER in dieser Statistik schlägt. Ähnlich der Waymo Story haben sich ja hier zwei unterschiedliche Player zusammen getan. Das Netzwerk und die digitale Kompetenz von UBER kombiniert mit den Qualitäten des Fahrzeugherstellers Daimler. Auch hier dürfte sich die Verlässlichkeit der autonomen Fahrzeuge deutlich verbessern, wir werden weiter berichten.

 

Image: Alphabet’s Waymo – Google Webseite

1 KOMMENTAR

  1. […] Autonome Fahrsysteme mit aktuellem Forschungsstand funktionieren auf einer Autobahnen schon relativ gut. Die Herausforderung besteht darin, sie auch im engen Innenstadtverkehr auf ihre Anwendung zu testen. Deshalb sind mögliche Streckenabschnitte der Innenstadt von Karlsruhe für das „Testfeld Autonomes Fahren“ von besonderem Interesse. Die Mitarbeiter von „Testfeld“ präparieren diese Abschnitte dann mit Sensorik. Beispielsweise werden die Ampeln so ausgestattet, dass sie mit dem Fahrzeug kommunizieren können. Die Idee dahinter ist, dass das Fahrzeug ein Signal abgibt, bevor es an der Ampel ankommt und diese dann nach Möglichkeit frühzeitig auf grün schaltet, um die Verlustzeit zu reduzieren. Diese und weitere Sensorik wird auf den Teststrecken vorbereitet. […]

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