Augmented Reality – Das Auto wird zum Kino

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Augmented Reality - Das Auto wird zum Kino
Quelle: Welt.de

Das Auto wird zum Kino dank Augmented Reality. Was heute noch kaum vorstellbar klingt, könnte in ein paar Jahren vielleicht schon Wirklichkeit sein. Dass an der Entwicklung des vollständig autonomen Fahrens gearbeitet wird, ist nichts Neues. Doch während die Allgemeinheit noch darüber diskutiert, wie autonomes Fahren in die Tat umgesetzt werden kann, sind viele Spezialisten bereits einen Gedankengang weiter. Die Frage wird gestellt, wenn Autos irgendwann autonom fahren können und der Fahrer sich nicht mehr auf die Straße konzentrieren muss, wie kann man die Zeit dann anders nutzen?

Telefonieren statt Autofahren

Viele sehen in der Zukunft des Automobils nicht mehr den Transport im Mittelpunkt. Es geht vielmehr darum, wozu man die Zeit im Auto sonst noch verwenden kann. Bereits heute sieht sich der Mensch zeitlich sehr großen Herausforderungen gegenübergestellt: Zeitdruck und ständige Erreichbarkeit. Dazu kommt aber, dass ein sehr hoher Anteil der Menschheit immer noch sehr viel Zeit im Auto verbringt, um von einem Termin zum anderen zu kommen. Deshalb erscheint der Schritt sehr logisch, die Zeit, die nicht mehr am Steuer verbracht wird, mit Telefonaten, Musik hören oder anderem zu füllen.

Ford-Patent für ein Kino im Auto

Bereits heute werden Augmented Reality Lösungen in Fahrzeugen angeboten. Es handelt sich um so genannte Head-up-Displays. Dem Fahrer werden durch Augmented Reality wichtige Informationen auf die Frontscheibe projiziert. Man muss dann nicht mehr auf die Tankanzeige oder den Tachostand schauen. Es wird einem direkt auf der Windschutzscheibe eingeblendet. Die Augmented Reality legt sich hier wie eine Hintergrundfolie auf das normale Straßenbild und bietet dem Fahrer zusätzliche Informationen. Das Patent, das von Ford angemeldet wurde, geht aber noch einen Schritt weiter.

Augmented Reality als Leinwand auf der Frontscheibe

Ford hat sich die Produktion eines In car-Entertainment- Systems gesichert. Es handelt sich hierbei um eine Leinwand, die sich über die Windschutzscheibe legen kann. Somit wird das Auto quasi zum Kino. Wenn Autos irgendwann komplett autonom fahren können, ist es dem Fahrer möglich, während ihn das Auto in die Stadt transportiert, sich auf der Leinwand Blockbuster und Serien anzusehen. Wenn die Leinwand nicht mehr gebraucht wird, kann sie eingefahren werden und verschwindet im Dach des Autos. Zusätzlich hat man Sitze entwickelt, die um 145 Grad drehbar sind, damit auch die Mitfahrer auf der Rückbank den Film genießen können.

Entertainment entscheidet über Autokauf

Laut der Unternehmensberatung McKinsey verbringen täglich mehr als 1,2 Milliarden Menschen im Durchschnitt 50 Minuten im Auto. Das ist ungefähr dieselbe Zeit, die sie auf Facebook und Spotify verbringen. Wenn man diese Zahlen vergleicht, wird das Potential, das sich im Entertainmentbereich bietet, deutlich. Mit voll autonom fahrenden Autos lässt sich in der Unterhaltungs- und Werbebranche eine Menge Geld verdienen. Da erscheint es auch nicht mehr verwunderlich, dass mit LeTV ein Streamingdienst in das Automobilgeschäft einsteigen will.

Die Zukunft: Ein streamendes Auto?

LeTV ist die chinesische Version von Netflix. Bei LeTV wird aktuell an der Entwicklung eines E-Autos mit überdimensionalem Bildschirm gearbeitet. Das Fahrzeug soll 2018 auf den Markt gebracht werden. Dass ein Streamingdienst mittlerweile Autos entwickelt, zeigt die Verschmelzung der einzelnen Branchen durch den technischen Fortschritt. Man geht davon aus, dass zukünftig nicht mehr das Auto das Statussymbol sein wird, sondern seine Software, die es enthält.

Die Software als Statussymbol

Der Gründer des Internetkaufhauses Alibaba geht davon aus, dass das Autofahren der Zukunft zu 80 Prozent nicht mehr den Transport im Mittelpunkt hat. Dies sind gewagte Thesen. Gerade aus deutscher Sicht, aus der einem das Auto an sich heilig ist. Wenn die Entwicklungen aber so weitergehen, könnte es eines Tages Realität werden. Aktuell arbeitet man in der Welt der Augmented Reality noch mit den Head-up-Lösungen, die vor allem den Fahrer im Fokus haben. Wenn das autonome Fahren aber weiterentwickelt wird, kann es irgendwann um eine Rundumsicht gehen, die alle Scheiben als Entertainmentfläche beinhaltet.

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