Home Elektromobilität Volle Fahrt voraus – E-Roller von stella-sharing

Volle Fahrt voraus – E-Roller von stella-sharing

0
Volle Fahrt voraus - E-Roller von stella-sharing
Quelle: Sabrina Pfeifer

Volle Fahrt voraus. E-Roller von stella-sharing. Jetzt geht’s ans Fahren! Ich steige die Treppen hinauf zum Feuersee. Der stella-Roller fällt mir sofort ins Auge: himmelblau und irgendwie ein bisschen retro. „stella“ steht in geschwungener Schrift groß auf den hinteren Kotflügeln. Ich muss grinsen – jetzt kann es ja gleich losgehen.

Die App ist der Schlüssel

Als ich mich dem Roller nähere, zeigt ein Button „Helmfach öffnen“. Ich tippe drauf: „Klack“ macht es und das Schloss des Helmfachs ist entriegelt. Ein bisschen muss ich mit dem roten Knopf des Faches kämpfen, dann gibt er gütigerweise nach und lässt den Deckel aufschnappen. Zwei Helme und der Zündschlüssel liegen in dem Topcase. Ebenso ein Putztuch.

Mit der App wird das Top Case geöffnet
Quelle: Sabrina Pfeifer

Die App fragt mich noch, ob der E-Roller sauber ist oder irgendwelche Schäden sichtbar sind. Mir fällt nichts auf. Nächste Frage: Sind zwei Helme drin? Wäre dem nicht so, könnte ich die Fahrt sofort stornieren. Sehr vorbildlich finde ich auch die Frage, ob ich meinen Führerschein dabei habe und die Hinweise auf die Gefahren bei Laub und Nässe, sowie zum Sitz des Helmes. Für Stuttgart wäre es vielleicht auch wichtig, auf die in Straßen eingelassen Schienen aufmerksam zu machen. Da kann man schnell mal wegrutschen.

Helm auf und Gas geben

Hinweis zum angepassten Fahren in der App
Quelle: Stadtwerke Stuttgart

Ich schnappe mir einen der beiden schwarzen Helme, setze ihn auf – und sehe erstmal nichts mehr. Der ist definitiv zu groß. Also den anderen probieren – der passt. Der Verschluss ist ein simpler Sicherheitsverschluss, wie bei Fahrrad- oder Skihelmen. Deckel zu, Helm auf, Zündschlüssel rein, Roller an, los geht’s. Ich drehe vorsichtig den Gasgriff und frage mich gerade noch, ob ich noch einmal am Zündschlüssel drehen muss, wie bei einem Auto, als der Roller auch schon anzieht. Eine Sache, an die man sich definitiv als Benzin-fahrender gewönnen muss. Im Stand hört man nichts, beim Fahren ein Summen, das im Stadtverkehr aber auch untergeht.

Vom Feuersee nach Stuttgart-Ost

Ich trete meine kleine Stuttgart-Querung an. 50 Freiminuten stehen mir zur Verfügung. Von der Rotebühlstraße über die berühmte „Theo“ (Theodor-Heuss-Straße), am Hauptbahnhof vorbei und weiter in den Stuttgarter Osten. Nach 200 Metern fliegt mir die erste Mücke ins Auge. Ich hätte einfach das Visier herunterlassen können. Aber in dem Moment hab ich an diese Möglichkeit gar nicht gedacht. Stattdessen ziehe ich meine Sonnenbrille aus der Tasche. Ich schaue in den Rückspiegel. Mit diesem Helm und meiner Sonnenbrille sieht das schon sehr modisch aus.

Der Helm kombiniert mit Sonnenbrille hat schon was
Quelle: Sabrina Pfeifer

Auf leisen aber heißen Reifen durch die Stadt

Das flotte Antreten hat übrigens auch seine Vorteile: An der Ampel zieht man so gut wie jedes Auto ab. Auch einen Porsche kann ich für kurze Zeit auf der zweispurigen Theo hinter mir lassen. Ich muss wieder grinsen und gebe noch mehr Gas. Der digitale Tacho zeigt 50 km/h an. Ich merke wie die Drosselung greift – schneller geht nicht. Aber das ist auch in Ordnung, denn: 50km/h auf dem blauen Flitzer sind für jemand, der sonst nur Auto fährt doch etwas ungewohnt. Es fühlt sich schon sehr schnell und luftig an.

Vom Schlagloch-Slalom und Fahrradfahren

Es empfiehlt sich übrigens Stuttgarts Schlaglöchern gut auszuweichen. Der Sitz ist zwar super gepolstert und sehr bequem – dem Hinterteil macht es also nichts – aber die Arme müssen die Stöße ja auch abfedern. Ansonsten ist der E-Roller leicht zu fahren. Gleichgewicht halten ist überhaupt kein Problem, auf Pflastersteinen fühlt und hört es sich sogar an wie Fahrradfahren.

Aufmerksamkeit ist wichtig

Ich summe weiter, vorbei am Karl-Olga-Krankenhaus und der Villa Berg. Ich beschließe, auch mal ein bisschen durch Wohngebiete zu fahren. Und habe prompt meine erste Begegnung mit Fußgängern. Der Mann hebt nicht einmal den Kopf von seinem Smartphone, als er über den Überweg geht. Er hat mich wohl definitiv nicht gehört. Eine Hupe haben die E-Roller von stella-sharing also nicht umsonst.

stella-sharing im Winter?

Ich bin am Stuttgart Großmarkt angekommen. Das liegt knapp außerhalb des Zuhause-Bereiches. Es fängt an, leicht zu nieseln, aber es ist noch warm. Ich frage mich, wie das im Herbst oder Winter mit stella-sharing wohl so ist. Bei Kälte und Regen will doch eher niemand fahren. „Wir sind da flexibel“, erklärt mir Jörg Oeser später. Er ist Mitarbeiter in der Abteilung Kommunikation und Marketing der Stadtwerke. Letztes Jahr hatten wir eine Winterpause, dieses Jahr müssen wir schauen, wie das Wetter ist. Letztendlich ist es aber eine Frage Nutzerquote und damit der Wirtschaftlichkeit.“

Abstellen und fertig

Meine 50 Minuten sind fast um. Ich suche mir ein freies Plätzchen, an dem ich den Roller abstellen kann, lege den Helm wieder in das Fach und stecke den Schlüssel mit dem Chip in seine Halterung zurück. Dann tippe ich auf meinem Smartphone erst auf „abschließen“ und dann auf „Fahrt beenden“. Die Helmbox klackt erneut und die App zeigt mir an, dass der Roller wieder freigegeben wurde. Gleich darauf bekomme ich eine Email mit der Zeitangabe, der Kilometerangabe und dem Fahrpreis. Bei stella-sharing wird nämlich entweder nach Kilometer mit 0,59€/km oder nach Minuten mit 0,19€/min abgerechnet. Je nachdem, was günstiger für den Kunden ist. Das ganze wird entweder per Lastschrift oder mit Kreditkarte bezahlt. Da man das anfangs bei der Registrierung ausgewählt hat, muss man jetzt nicht mehr viel denken. Ich kann also gehen.

Mein Fazit

Zum Schluss kann ich sagen, es ist wirklich so einfach, wie es im Slogan geschrieben steht: „Anmelden. Aufsteigen. Abfahren.“ Roller zu fahren – noch dazu E-Roller zu fahren, ist einfach zu lernen. Die Kosten ausgenommen, scheint in meinen Augen die U-Bahn der größte Konkurrent – vor allem bei schlechterem Wetter. Trotzdem finde ich die Idee für Stuttgart wirklich pfiffig. Hoffentlich sehe ich die himmelblauen Flitzer in Zukunft noch öfter auf den Straßen.

NO COMMENTS

Kommentar verfassen