China macht weiter Ernst!

Während sich hierzulande die Geister darüber scheiden, wie sich Ladestationen etablieren könnten oder Tesla noch abzuwenden ist, gibt es in Shenzhen eine Großoffensive für E-Busse im öffentlichen Stadtverkehr.

Eine Mindestquote für Hybrid- und Elektromotoren ab 2019:

Nachdem die chinesische Regierung in Peking vor kurzem Automobilhersteller mit einer Quote verpflichtet hat, ab 2019 mindestens jedes zehnte Automobil mit einem Hybrid- bzw. Elektromotor zu versehen, wird dieser politische Kurs auch zunehmend in den chinesischen Metropolen deutlich.

Bis Ende 2017 nur noch Elektrobusse im öffentlichen Einsatz:

Das durchaus ambitionierte Ziel in Shenzhen: bis Ende des Jahres zu 100 Prozent auf Elektrobusse umzusteigen! Bisherige Busse mit Diesel-Motor sollen dabei vollständig ersetzt werden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befinden sich nach Aussagen Shenzhens nur noch ein paar Hundert Diesel-Busse im Einsatz, denen bereits rund 14.000 Elektro-Busse entgegenstehen.

80% der neuen E-Busse stammen von BYD:

Rund 80% der neuen E-Busse stammen von BYD, einem chinesischen Hersteller von Batterien und batteriebasierten Speicherkraftwerken. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren massiv in den Automobilbereich diversifiziert und erprobt bereits seit 2011 Elektrofahrzeuge. Mit großem Erfolg!

2016 war BYD zum weltweit größten Hersteller für Elektrofahrzeuge aufgestiegen!

Das Problem mit der Reichweite…:

Obwohl die einzelnen Teilstrecken, auf denen die Buslinien verkehren, verkleinert worden sind, stellt sich auch den E-Bussen in Shenzhen das Problem der Reichweite. BYD hat es dennoch möglich gemacht, dass die Fahrzeuge den gesamten Tag verfügbar sein können. Das war nicht immer so. Zu Beginn hat BYD Busse bereitgestellt, deren Akkus mehr Platz in Anspruch genommen hatten, als Platz für Fahrgäste bereitstand. Kinderkrankheiten, denen der Hersteller BYD in atemberaubender Geschwindigkeit Herr werden konnte.

Die Dynamik und Schnelligkeit des Unternehmens BYD erstaunt:

Innerhalb weniger Jahre hat das Unternehmen BYD erstaunliche und schnelle Prozesse etabliert und enormes Know-How aufgebaut. Auch das Beispiel Shenzhen zeigt, wie handlungsschnell das chinesische Unternehmen voranschreitet. 14.000 Elektrobusse innerhalb weniger Jahre und die Etablierung einer kompletten Ladeinfrastruktur sind Fakten, bei denen sich die deutsche Automobilindustrie vermutlich die Augen reiben wird.

Apropos Deutschland…:

Das Beispiel Hamburg, wo der Verkehrsanbieter Hochbahn nach etlichen Testläufen im September 2017 60 Elektrobusse bestellt hatte, erwartet erst 2019 bzw. 2020 die ersten Busse. 60 Elektrobusse in Hamburg gegen rund 14.000 in Shenzhen in einem ähnlichen Zeitraum, verdeutlichen die Notwendigkeit nach einem schnelleren Umdenken.

Zu unserer Verteidigung ist lediglich zu sagen: das Thema Luftverschmutzung drängt in China noch viel deutlicher als in Deutschland.

Auf dieses schwache Argument sollten wir künftig allerdings besser nicht bauen!

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